Wo irgend ein Markt in der Welt war, mußten die Händler deutsche Ware feilhalten; wo irgend ein Angebot lockte, mußten sie lauern und listen, und wo die Haustür geschlossen war, mußten sie Schlupflöcher suchen.
Nicht lange, so kamen die Schiffe gefahren – schwarzweißrot wehte die Flagge – Waren zu bringen und Güter zu holen; und wo sie den Weg zum erstenmal fanden, blieben sie nicht mehr aus.
So mußte der deutsche Kaufmann der Störenfried werden; denn die Welt war verteilt, wohin er auch kam, und überall sah das alte Geschäft scheel auf das neue.
Die deutsche Flotte
Einmal hatte die Hansa die Meere befahren, und die Kaufleute des Kaisers waren die Herren des Handels gewesen; so weit die kalte Meerküste reichte, galt keine Macht über der ihren: Fürsten und Könige mußten sich beugen vor ihrer gewaltigen Flotte.
Aber die großen Seewege befuhr die Hansa nicht mehr; Spanien, Holland und England wurden die neuen Seemächte, indessen über das Reich der große Krieg kam.
Der letzte Hansetag war in den Tagen Turennes: Hamburg, Bremen und Lübeck, Danzig, Braunschweig und Köln saßen noch einmal zusammen im Schatten vergangener Macht, aber ihr Mut war für immer verdrossen.
Was die Städte nicht mehr vermochten, gedachte der große Kurfürst zu tun; er hatte als Prinz in Holland den Nutzen der Schiffahrt gesehen und ließ seine Flotte das Weltmeer befahren: an der Goldküste Afrikas wehte der rote Adler im weißen Grund über der Festung, die sich der Kriegsherr aus Brandenburg baute.
Aber es war nur der kühne Griff eines Fürsten; sein Volk war zu ärmlich, sein Land zu zerstückelt an der kalten Meerküste, so langen Arm zu behalten.