Aber die Tage von Tannenberg setzten der Furcht und der Flucht ein fröhliches Ende: Hindenburg kam, den sie danach den Russenschreck nannten, und wurde der Retter des preußischen Landes.
Er war schon ein Greis und niemand hatte den Mann gekannt, der über allen Männern des Krieges fortab gerühmt war: ein Vater Blücher zum andernmal und wie der Held an der Katzbach geliebt von seinen Soldaten.
Er lockte das russische Heer in die masurischen Sümpfe und stellte die Falle so listig, daß nach der verlorenen Schlacht nur noch der Nachhut der Russen die eilige Flucht glückte.
Seit Sedan sah kein Schlachtfeld solch einen Sieg, wie der bei Tannenberg wurde; die Welt horchte auf, daß wieder ein Feldherr am Werk war; den Deutschen wurde der Name Hindenburg teuer, als ob der Name allein ein Siegespfand wäre.
Die Blockade
So hatte der Krieg mit gewaltigen Schlägen begonnen, froh wehten die Fahnen in Deutschland: sie wehten Sieg, aber sie wehten kein Ende; denn der Feind war nicht Frankreich und Rußland, der Feind war England, und England saß hinter dem Wasser.
Wohl lagen die großen Schlachtschiffe gerüstet zum Kampf im Troß ihrer Kreuzer; sie konnten die Küsten beschützen, den Kampf in Feindesland tragen konnten sie nicht: sie mußten lauern und warten, was England, dem Seeherrn, beliebte.
England, der Seeherr, brauchte sich nicht zu beeilen; ihm saß der Feind in der Falle, ihm konnte er siegen gegen die Russen und festhalten in Frankreich, und war doch verloren.
Denn England sperrte die Nordsee; und Deutschland mit all seinen Soldaten und ihrer Todesbereitschaft, mit seinen Fabriken und volkreichen Städten im kargen Land, Deutschland mit all seinen flatternden Fahnen und allen Wimpeln der Flotte war nur eine belagerte Festung; und eine belagerte Festung besiegte der Hunger.
Englische List und Gewalt mußten der Festung den letzten Weg in die Welt verriegeln; daß aber List und Gewalt gerecht und geehrt unter den Völkern daständen, mußte der Deutsche das Recht und die Achtung des ehrlichen Mannes verlieren.