Und als er sie alle versammelt hatte in der Gruft seiner Väter, stand er klagend davor und jammerte laut, unter Fremden ein Fremdling zu sein, und senkte tückisch den borstigen Nacken, ob sich nicht einer verriete, den sein blutiger Blick noch nicht fand.

Er trug als freidiger Unhold das Kreuz in den grausamen Händen, und war der Kirche ein treuer Knecht und ihrem starken Mirakel; er wurde begraben in heiliger Gruft, und die lateinischen Lieder sangen um ihn, der dem römischen Papst die Steigbügel hielt im germanischen Norden.

Brunhilde

Die Blutspur Chlodevechs rann in den Bach merowingischer Mördergeschichte; unholde Frauen hielten den Haß in blutigen Schalen, riesengroß wuchs ihr grausames Bild im Gedächtnis der fränkischen Völker.

Zwei Schwestern kamen aus Westgotenland, Königsfrauen in Franken zu sein und Gattinnen feindlicher Brüder, Chilperich und Sigibert geheißen.

Galswintha die Gute wurde erwürgt in Paris; König Chilperichs Buhlin, Fredegunde, rühmte sich frech ihrer Tat; Brunhilde, die Schwester in Metz und Sigiberts Königin, erhob ihren Zorn und rief den König zur Rache.

Da mußte sich Chilperich beugen und Buße geloben dem stärkeren Schwert seines Bruders; Fredegunde aber, die freche Magd auf dem Thron, fällte Sigiberts Stärke.

Heimtückisch hoben die Großen Chilperichs den siegreichen Sigibert auf den Schild und das Volk in Paris lief ihm zu, aber das Gift ihrer Schwerter gab ihm heimlich den Segen.

Da trank Brunhilde den Becher der Bitterkeit leer, da wurde Sigiberts Königin krank im Blutrausch der Rache: