Gleich Drusus, dem Römer drang er von Süden ein durch das hessische Waldland, raubend und brennend; und wo das Schwert des trotzigen Blutes satt war, schwangen die Mönche den Weihrauch und sangen die römische Messe.

Die Eresburg fiel, die Irminsul wurde zerstört, den heiligen Hain fraß das Feuer, so wurde im Namen des Kreuzes fränkische Mark, was ein Jahrtausend lang sächsisches Freiland war.

Die Mönche sangen zur Messe, die Grafen hielten Gericht im Namen des fränkischen Königs und beugten das uralte Recht der Sachsengemeinde.

So war dem Franken der Sprung in den sächsischen Sattel geglückt: aber dann bäumte das Roß, und der Ritt begann, rauchend von Brand und Blut dreier Jahrzehnte.

Wie vormals Armin, Segimers Sohn und Fürst der Cherusker, war Widukind Herzog von Sachsen; dreizehn Jahre lang bot er der fränkischen Zwingherrschaft Trotz, freudig und flüchtig im Wechsel des Waffenglücks, ein Meister der List und ein Nacken unbeugsam, das Unglück zu tragen.

Denn ob er Fritzlar verbrannte und Fulda bedrohte, daß die Mönche flohen mit Winfrieds Leiche, ob er vorstieß bis an den Rhein: die fränkische Feldkunst warf das Ungestüm seiner Kriegshaufen nieder, und immer grausamer dämpfte Karl den sächsischen Trotz.

Bis der Tag an der Aller kam, wo ihrer viertausendfünfhundert geschlachtet wurden – Edlinge des sächsischen Volkes, die sich freiwillig stellten – daß der Bach sich färbte im Blut und das Feld faul wurde im Gestank der edelsten Leiber.

Noch einmal rief da der Grimm die Waffen Saxnots zuhauf; bei Detmold kam es zur Schlacht, die dem gewaltigen Karl das Schwert stumpf machte, aber den Sachsen das ihre zerbrach.

Widukind beugte den Nacken vor dem fränkischen Christ! Drei Tage lang sangen die Priester Danklieder in Rom, weil der Herzog der Sachsen zur Taufe nach Gallien ging.