Dass von Goethes Beiträgen zu Lavaters Physiognomik und von seinem Antheil an Lavaters Abraham abgesehen wurde, begreift sich. Für die Recensionen der Frankfurter Gelehrten Anzeigen war Hirzel nach dem Grundsatze verfahren, Goethe nichts zu nehmen, was er sich selbst zuschrieb (vgl. jedoch Deutsche Rundschau 17, 62). Die Uebersetzung des Hohenliedes sowie Künstlers Vergötterung sind erst jetzt durch Herrn von Loeper (Briefe Goethes an Sophie von La Roche S. 55, 125) veröffentlicht worden.

Man sieht, es wäre, selbst abgesehen von neu bekannt gewordenen Briefen, für einen vierten Band des jungen Goethe nicht blos zu Erläuterungen, sondern auch zu Nachträgen Gelegenheit.

Berlin 1. März 1879.

Wilhelm Scherer.


INHALT.

CONSTANTIE (VON ERICH SCHMIDT)[1]
Textkritisches[7]
DEUTSCHE BAUKUNST[13]
CONCERTO DRAMMATICO[15]
JAHRMARKTSFEST ZU PLUNDERSWEILERN[25]
SATYROS[43]
Erster Act [46]. Zweiter [47]. Dritter [47]. Vierter [57]. Fünfter[58]
HERDER IM FAUST[69]
DER FAUST IN PROSA[76]
DER ERSTE THEIL DES FAUST[94]
1) Der prosaische Faust (1772)[99]
2) Die ältesten gereimten Scenen (1773-1775)[100]
3) In und nach Italien (1788 und 1789)[103]
4) Mit Schillers Antheil (1797-1801)[110]
5) Abschluss (1806)[116]
KILIAN BRUSTFLECK[122]
I. (von MAX POSNER)[122]
II. (von ERICH SCHMIDT)[124]
ZUR STELLA (von JACOB MINOR)[126]

CONSTANTIE.

Schöll hat in den Briefen und Aufsätzen S. 21 ff. zwei seltsame Entwürfe mitgetheilt und beide der Leipziger Zeit, genauer dem Jahre 1767 zugewiesen, den ersten 'Arianne an Wetty' als einzigen Rest der in Dichtung und Wahrheit 21, 40 erwähnten Uebungen für Gellerts Praktikum, den zweiten ohne Ueberschrift als ein wirkliches Schreiben an eine gefällige Schöne, in deren Armen Goethe sich für Annettens vermeintliche Untreue – 1767? – tröstete. v. Biedermann und v. Loeper scheinen nicht anders zu denken. 'Der junge Goethe' enthält die Fragmente nicht; es steht also dahin, ob Bernays und Hirzel der Schöllschen Annahme beipflichten.