[19] Diese Ansicht Dümmlers bekämpft Dammert, Forsch. VIII, 327 bis 366 u. will vielmehr Roudker, den Ekkehard als Mentor Salomons bezeichnet, auch die Briefe zuschreiben. Meyer v. Knonau hat diese Ansicht S. 21 als chronologisch unmöglich widerlegt. Ebenso bekämpft er S. 4 auch Notker, aber hier ist die Chronologie ganz unsicher, und mir erscheinen die Gründe für Notker auch jetzt noch überwiegend, u. so auch Zeumer, NA. VIII, 513-517. — Ueber Salomons Familie s. Graf Zeppelin, Thurgauische Beitr. XXX, 42.

[20] Früher Formulae Alsaticae genannt. Zum ersten Mal kritisch und vollständig herausgegeben von Dümmler: Das Formelbuch des Bischofs Salomo III, Leipzig 1857. Verbesserungen St. Gallische Denkm. S. 261. Verse von Notker (?) an Salomo S. 225. Ueber Salomo Formelbuch 103 ff. Denkm. 262 ff. Eine populäre Schilderung in: Das Kloster St. Gallen, vom historischen Verein, II, 1864, mit schöner Abbildung seines grossen C in Sintrams Evangelium longum. Das Formelbuch nach der Münchener Handschrift ed. Rockinger, Quellen zur bayerischen und deutschen Geschichte VII, und in De Rozière's Sammlung. Vgl. auch Heidemann, Salomon III von Constanz vor Antritt des Bisthums, Forsch. VII, 425-462. Dammert ib. VIII, 327-366. Vorzüglich aber jetzt Zeumer, Formulae Salomonis, NA. VIII, 506-540, u. seine Ausgabe MG. Form. p. 390-437. Ein merkwürdiges Denkmal der St. Galler Gelehrsamkeit und Schreibkunst ist das Psalterium, welches Salomo 909 schreiben ließ, mit 3 lateinischen Versionen und dem griechischen Text in lateinischen Buchstaben, mit einem einleitenden Gedicht; dieses neu herausgegeben von Dümmler, Ostfr. (1. Ausg.) II, 681, von Hamann: Canticum Moysi ex psalterio quadruplici Salomonis III (Lips. 1874), p. 18. Frühzeitig ist eine um 6 Verse am Anfang verstümmelte Abschrift der Verse verbreitet, s. Bianchini, Vindiciae p. CCLI, Codd. Colon. p. 3. 4.

[21] Zeumer, Reichenauer Formeln, NA. VIII, 481-505. Daselbst S. 547 ff. Nachweis, daß Iso nur irrthümlich Formeln zugeschrieben sind.

[22] Nach Canis. (II, 3, 245) berichtigt nach der Handschrift von Dümmler, Denkm. S. 239, mit dem größtentheils aus Reminiscenzen von Venantius bestehenden Trostgedicht von Waldram, und anderen Gedichten desselben. Vgl. Scherrers Verz. 73 über den Cod. 197. NA. IV, 550-554.

[23] Bei Dümmler, Denkm. S. 230-239 (v. 9. l. iterare, v. 42: si domui conjuncta domus primordia sumpsit.); vgl. W. Giesebrecht, Geschichte der Kaiserzeit I, 174, Dümmler, Ostfr. III, 527. Ueber die Salomo zugeschriebene Encyclopädie (Glossae Salomonis) s. Stälin I, 404, Scherrers Verz. S. 321 bis 323. Sie ist von älterem Ursprung und die Benennung ungerechtfertigt, doch könnte S. vielleicht diese Sammlung veranlaßt haben. Als Ableitung eines älteren Glossars nachgewiesen von G. Götz: Der liber glossarum, Leipz. 1891 (Abh. d. philol.-hist. Cl. der K. Sächs. G. d. W. XIII).

[24] Die älteste Lebensbeschreibung des Stifters, S. Pirmin, mit der Gründungsgeschichte von Reichenau (um 724) zuerst gedr. von Mone, Quellens. I, 30-36, ist nach Mone im neunten Jahrhundert in Reichenau verfaßt; in den Nachträgen S. 528 verlegt jedoch derselbe den Ursprung nach Hornbach und trifft darin zusammen mit Rettberg (II, 51), welcher ihre geschichtliche Werthlosigkeit nachweist, Dümmler verweist auch auf Wal. Visio Wett. v. 30 für den Ursprung in Hornbach. Dafür auch Holder-Egger in der Ausg. Vita Pirminii I. et II. cum miraculis MG. SS. XV, 17-35; vgl. p. 574a. Vgl. O. Breitenbach im NA. II, 170-174 über die von Gallus Oehem benutzte Bearbeitung. Sehr merkw. Predigt von ihm bei Caspari, Kirchenhist. Anecdota (1883) S. 151-159 (Dicta Priminii).

[25] Neugart Ep. Const. I, 142 aus Oheims Chronik, und jetzt Gallus Oheims Chronik von Reichenau ed. Barack (1866) S. 43. Oheim muß über die Bereicherung der Bibliothek und eingetretene Mönche in dieser Zeit, von Waldo bis Rudhelm, eine jetzt verlorene Quelle gehabt haben, die bis c. 840 reichte und vielleicht von Reginbert herrührte, s. O. Breitenbach, NA. II, 201. Waldo hat danach eine Zeit lang auch das Bisthum Pavia verwaltet. In der Visio Wettini büßt er für die Sünde des Geizes. Das Diptychon aus Erlebalds Zeit NA. IV, 72, ist das von Piper herausgegebene Verbrüderungsbuch.

[26] S. den 821 begonnenen Catalog bei Neugart I, 536-552, vgl. S. 152 und Mommsen, Die Chronik des Cass. Senator S. 573-585 über die von ihm angelegte hist. mathematische Sammlung. Auch die Carlsruher Vita Bonif. stammt daher, s. d. Inschrift MG. II, 332, Jaffé Bibl. III, 425. Fragment des Liber sextus in Libri's Auctionscatalog (1859) S. 246 mit Facsimile. Die Verse, welche er in die Bücher eintrug, Poet. Lat. II, 424, vgl. NA. XIII, 665.

[27] Baluzii Capit. II, 1382. Reginbert wird von ihnen flos juvenum forma speciosus amoena genannt. Das Buch nebst einem zweiten von denselben geschenkten im Catalog S. 550. Das Martyrologium ed. A. Holder, Röm. Quartalschrift III, S. 204-261. Oben [→ S. 60.]

[28] Herm. Contr. a. 811, vgl. über ihn Neugart I, 142-148, Rettberg II, 93-96, und die Reichenauer Inschriften bei Mone, Quellens. III, 133. Dümmler, NA. IV, 284. Poet. Lat. II, 425. O. Seebass vermuthet in ihm den Vf. der Statuta Murbacensia, Zts. f. Kirchengesch. XII, 322 (NA. XVI, 645). — Gleichzeitige Aufzeichnung darüber, daß am 21. Dez. 823 das Bisthum Basel Odalrich commendirt wurde, in Mone's Zeitschr. f. Gesch. d. Oberrheins II, 384; MG. SS. XIII, 374 cum catal. epp. Basil.