Dem Strom bieten sich zwischen A und C vier Wege:

Die beiden letzten Ströme, welche das Galvanometer (G) in entgegengesetzter Richtung durchfließen, lenken die Nadel gar nicht ab, wenn sie gleich stark sind. Ihre Widerstände sind:

3) Draht AB, Galvanometerwiderstand g, Rheostatwiderstand Rh, also: AB + g + Rh.

4) Eingeschalteter Widerstand W, Galvanometerwiderstand G, Draht BC, also: W + G + BC. Da G = G, BC = AB, so sind die beiden Zweigwiderstände einander gleich, wenn W = Rh; dann sind aber auch die Zweigströme einander gleich und die Nadel steht auf 0. Schaltet man am Rheostat so viele Widerstände ein, daß die Nadel auf 0 steht, so ist der zu messende Widerstand W gleich dem Widerstande des Rheostaten und Rheochordes.

Dabei ist zu bemerken, daß, wenn die Nadel auf 0 steht, nicht wirklich zwei Ströme von entgegengesetzter Richtung durch das Galvanometer fließen, sondern daß in diesem Falle gar kein Strom das Galvanometer durchfließt; es ist das ebenso, wie wenn ein Wasserstrom sich in die Zweige ABC und ADC teilt und diese Zweige unterwegs durch den Kanal BD verbunden werden; in ihm ist das Wasser dann ruhig, wenn der Punkt D das Gefälle des Zweiges ADC ebenso halbiert, wie B das Gefälle des ABC halbiert.

Tabelle der spezifischen Leitungswiderstände.

Quecksilber=1 Verdünnte Schwefelsäuresp. G.1,01131600
Wismut=1,331,0534300
Antimon=0,361,1018400
Neusilber=0,211,2312600
Blei=0,20Salpetersäure16000
Zinn=0,13Kupfervitriol 2 Teile in 10 Tl. Wasser
Eisen=0,099gelöst170000
Platin=0,092Zinkvitriol 3 Tl. in 10 Tl. Wasser
Zink=0,057gelöst220000
Messing=0,051Kochsalzlösung gesättigt57000
Gold=0,021Wasser14000000
Kupfer=0,016Graphit17,7
Silber=0,015Gaskohle32,6

Bei wachsender Temperatur nimmt der Widerstand bei Metallen zu, bei Flüssigkeiten ab.