b) Salzwage oder Salzspindel, Aräometer für Salzwasser, gibt an, wie viel Gewichtsteile Kochsalz in 100 l Salzwasser enthalten sind; wird verwendet in den Salinen, um nachzusehen, ob die Sole schon genug Salz enthält, also sudwürdig ist. c) Laugenwage gibt an, wie viel Gewichtsteile Ätznatron oder Ätzkali in 100 l Lauge enthalten sind; wird vom Seifensieder benützt. d) Bierwage gibt an, wie viel Gewichtsteile Malzzucker in der Würze enthalten sind, die man durch Kochen des Malzes erhält. e) Mostwage gibt ungefähr an, wie viel Traubenzucker im Moste enthalten ist. Die verbreitetste ist die von Öchsle (in Pforzheim); 0 ist Wasser, 100 bedeutet guten Most; dient dazu, ungefähr die Güte des Mostes zu prüfen, und den Käufer gegen nachträgliches Verdünnen des Mostes mit Wasser zu schützen. f) Milchwage, gibt das sp. G. der Milch an; wenn sie auf 31 steht, so bedeutet das, das sp. G. der Milch ist 1,031. Die Milch ist im allgemeinen um so gehaltreicher an Milchzucker, Käsestoff und Butter, je größer das sp. G. ist; Verdünnen mit Wasser macht sie leichter, die Milchwage sinkt tiefer; Abrahmen macht sie schwerer. g) Für Schwefelsäure, Salzsäure, Salpetersäure, Essig etc. hat man je ein besonderes Aräometer, das den Gehalt derselben an reiner Säure angibt.

Bemerkenswert sind die Aräometer von Baumé, von denen eines für leichte, das andere für schwere Flüssigkeiten bestimmt ist. Die Skaleneinteilung ist eine willkürliche, so daß sie weder sp. G. noch Gehalt direkt angeben. Da aber alle derartigen Aräometer mit derselben Skala versehen sind, so geben sie wenigstens direkt vergleichbare Angaben; sie waren früher vielfach gebräuchlich, werden aber jetzt durch die Aräometer, welche zugleich einen Gehalt angeben, verdrängt. Das Volumeter von Gaylüssac hat ein bestimmtes Gewicht (etwa 100 g) und läßt an seiner Skala erkennen, wie viele Volumteile (etwa ccm) einer Flüssigkeit es beim Schwimmen verdrängt.

Tabelle der spezifischen Gewichte.

Platin (gezogen)23,00
„(gehämmert)21,36
Gold (gehämmert)19,36
„ (gegossen)19,26
Quecksilber13,596
Blei (gegossen)11,35
Palladium11,30
Silber (gehämmert)10,51
„(gegossen)10,47
Wismut (gegossen)9,82
Kupfer (gehämmert)9,00
„(gegossen)8,788
Glockenmetall8,81
Kobalt8,51
Messing8,39
Nickel8,28
Stahl7,82
Schmiedeisen7,79
Gußeisen7,21
Zinn7,26
Zink (gegossen)6,86
Mangan6,85
Antimon (gegossen)6,71
(Diese Stoffe bis hieher nennt man
die Schwermetalle.)
Aluminium2,57
Magnesium1,75
Natrium0,972
Kalium0,862
Lithium0,59
(Diese Stoffe heißen Leichtmetalle.)
Chrom5,90
Jod4,95
Diamant3,53
Graphit1,8-2,23
Schwefel2,03
Phosphor1,77
Schwerspat4,47
Flintglas3,20-3,70
Glas2,49
Flußspat3,14
Turmalin3,08
Alabaster2,87
Granit2,80
Marmor (carrarisch)2,72
Gneis2,71
Bergkristall2,69
Smaragd2,68
Tonschiefer2,67
Basalt2,66
Quarz2,62
Porphyr2,60
Feldspat2,57
Kalkstein (dichter)2,45
Sandstein2,35
Porzellan2,38-2,15
Zement3,05
Mörtel1,6-1,9
Backstein1,47
Gips (gegossen u. getrocknet)0,97
Potasche2,26
Glaubersalz2,25
Steinsalz2,14-2,41
Kochsalz2,08
Eisenvitriol1,84
Alaun1,71
Bittersalz1,66
Salpeter1,62
Elfenbein1,92
Knochen1,8-2
Bernstein1,08
Pech1,15
Harz1,06
Honig1,46
Wachs0,97
Ebenholz1,19
Eichenholz (frisch)0,95
„(trocken)0,75
Buchenholz0,75
Birkenholz0,74
Ahornholz0,65
Kiefernholz (frisch)0,64
„ (trocken)0,55
Lindenholz0,56
Lärchenholz0,47
Tannenholz (frisch)0,54
„ (trocken)0,45
Pappelholz0,38
Kork0,24
Äther0,71
Alkohol reiner bei 0°0,807
„„„ 15°0,794
Olivenöl0,915
Terpentinöl0,872
Mohnöl0,91
Repsöl0,91
Steinöl0,75-0,84
Meerwasser1,026
Schwefelsäure1,843
Salpetersäure1,51
Salzsäure1,21
Essigsäure1,063
Milch1,029-1,034
Fette0,92-0,94
Kalkstein (roh)1,44
„(gebrannt)0,884
„gelöscht [trocken]0,5
„ „ [fester Teig]1,33
Dammerde, locker trocken1,32
„ nat. feucht1,6
„ naß1,91
Sand trocken1,4-1,74
„ nat. feucht1,66
„ durchnäßt1,95
Lehm trocken1,50
„nat. feucht1,87
„naß1,98
Kies, trocken1,73
„ feucht1,80
Roggen, gehäuft0,69-0,78
Weizen, „0,71-0,81

28. Anwendung des spezifischen Gewichtes.

Außer den schon angegebenen Anwendungen des sp. G. zur Bestimmung des Gehaltes von Flüssigkeiten gibt es noch viele andere Anwendungen. So dient es dazu, zwei Stoffe, die dem Anblicke nach einander ähnlich sind, von einander zu unterscheiden, insbesondere manche Gesteinsarten; oder, um zu untersuchen, ob eine Münze ächt ist, ob sie z. B. ganz aus Gold besteht, oder aus einem andern Metall und bloß vergoldet ist. Man bestimmt zu diesem Zwecke das sp. G. der Münze und vergleicht es mit dem bekannten sp. G. des Goldes.

Man kann ferner mittels des sp. G. das wirkliche oder absolute Gewicht eines Körpers berechnen nach der Regel:

Gewicht = Volumen × sp. G.

Um das Gewicht eines Steinblockes zu berechnen, mißt man sein Volumen, es sei 548 cdm, und schließt dann: ein Wasserkörper, so groß wie der Steinblock, also 548 cdm groß, wiegt 548 kg; der Stein aber, dessen sp. G. 2,6, ist 2,6 mal so schwer wie ein gleich großer Wasserkörper, wiegt also 548 · 2,6 kg. Ist das Volumen in cdm ausgedrückt, so ergibt sich das Gewicht in kg, ebenso entsprechen sich ccm und g, cbm und t. Wenn das sp. G. des Eisens 7,5 ist, so wiegt 1 cdm Eisen 7,5 kg, wenn das sp. G. des Holzes 0,6 ist, so wiegt 1 cdm Holz 0,6 kg etc. Deshalb sagt man auch häufig, das sp. G. gibt das Gewicht einer Raumeinheit eines Körpers, oder das sp. G. gibt an, wie viel kg oder g 1 cdm oder 1 ccm eines Körpers wiegt.