Gloster.
Ihr allgütigen Götter, nehmt meinen Athem von mir; laßt meine böse
Seele mich nicht noch einmal versuchen, zu sterben eh es euch
gefällt.
Edgar.
Ihr betet recht, Vater.
Gloster.
Nun, guter Sir, wer seyd ihr?
Edgar. Ein sehr armer Mann, zu den Streichen des Glüks zahm gemacht, den die Kenntniß und das Gefühl aller Arten von Elend gegen andre mitleidig macht.
Gloster. Herzlicher Dank! die Güte und der Segen des Himmels vergelt es dir —
Neunter Auftritt.
(Der Haushofmeister mit einem Brief.)
Hofmeister (indem er den Gloster gewahr wird.)
Eine öffentliche ausgeruffene Belohnung! Das ist höchstglüklich.
Dieses dein augenloses Haupt ist dazu ausersehen, mein Glük zu
machen. Alter, unglükseliger Verräther, befiehl deine Seele dem
Himmel, das Schwerdt ist gezogen, das dich tödten soll.
Gloster.
Laß nur deine freundschaftliche Hand Stärke genug dazu anwenden.
Hofmeister. Woher, verwegner Bauer, darfst du dich unterstehen, einen öffentlichen Verräther zu unterstüzen? Hinweg, oder sein Schiksal soll das deinige seyn. Laß seinen Arm gehen.
Edgar.
Ick werd en nit gahn laaten, Herre, mit juhr Verlöf.