Regan.
Aber habt ihr niemals—*
{ed.-* Das Original ist hier kühner als die Übersetzung. Shakespeare läßt Regan fragen: (have you never found my brothers way to the fore-fended place?)}
Edmund.
Nein, bey meiner Ehre, Madame.
Regan. Ich werde sie nimmermehr leiden können; mein liebster Lord, enthaltet euch aller Vertraulichkeit mit ihr.
Edmund.
Fürchten Sie nichts; sie und der Herzog, ihr Gemahl—
(Der Herzog von Albanien, Gonerill und Soldaten treten auf.)
Gonerill (für sich.)
Lieber wollt' ich die Schlacht verliehren als zugeben, daß diese
Schwester mich von ihm trenne.
Albanien. Ich erfreue mich meine liebe Schwester, euch anzutreffen—Sir, der König ist wie ich höre bey seiner Tochter angekommen, mit noch mehr andern, welche die Strenge unsrer Maaßregeln genöthigt hat, eine andre Partey zu nehmen. Wo ich kein ehrlicher Mann seyn kan, bin ich niemals tapfer. Frankreich thut einen Einfall in unser Land, in so ferne ist es billig ihn abzutreiben. Aber er führt die Sache des Königs und andrer, die, wie ich besorge, durch gerechte und höchstwichtige Ursachen wider uns aufgebracht worden—
Edmund.
Mylord, Sie sprechen sehr edel.
Regan.
Was für eine Betrachtung ist das?
Gonerill.
Laßt uns gegen den Feind uns vereinigen; von diesen Familien- und
Privat-Händeln ist izt die Rede nicht.