Narr.
Gieb Acht, Nonkel!
Hab mehr dann du zeigst,
Sprich minder als du verschweigst,
Leyh minder als du hast,
Reit mehr als du gehst,
Lern mehr als du glaubst,
Seze minder als du wirfst,
Laß deinen Wein und dein Mensch,
Und bleib fein zu Hause,
So wirst du mehr haben als zwey
Zehner zu zwanzig.

Kent.
Das ist nichts, Narr.

Narr. So ist es wie der Athem eines unbezahlten Advocaten; ihr gebet mir nichts davor; könnt ihr nichts zu nichts gebrauchen, Nonkel?

Lear.
Wie? Nein, Junge; man kan nichts aus nichts machen.

Narr (zu Kent.) Ich bitte dich, sag ihm, so hoch belauffen sich just die Einkünfte von seinen Ländern; er würd' es einem Narren nicht glauben.

Lear.
Ein bittrer Narr!

Narr. Junge, weist du den Unterschied zwischen einem bittern Narren, und einem süssen?

Lear.
Nein; sag ihn dann.

Narr. Der Lord, der dir rieth dein Land wegzugeben, komm, laß ihn hier zu mir hersizen, und du steh vor ihn hin; so wird man den bittern und den süßen Narren nicht lange suchen müssen; der ist persönlich hier, und der andere dort.

Lear.
Nennst du mich einen Narren, Junge?