Hofmeister.
Wofür kennst du mich dann?

Kent. Für einen Schlingel, einen Schurken, einen Tellerleker, einen niederträchtigen, hochmüthigen, holen, bettlermässigen, drey- rokichten, schmuzigen, lumpichten Schurken, einen weißleberichten, maußköpfigen Schurken, einen Huren-Sohn von einem glasaugichten, überdienstfertigen, abgefeimten Galgenschwengel; einen, der eine Kupplerin seyn würde, um jemanden einen Dienst zu thun, und der nichts anders ist als eine Composition von einem Spizbuben, einem Bettler, einer Memme und einem Hurenwirth, und der Sohn und Erbe einer Bastard-Hündin; einen den ich prügeln will, bis du wie ein kleiner Junge weinst, wofern du nur eine einzige Sylbe von diesem deinem Titel läugnest.

Hofmeister. Wie? was für ein ungeheurer Kerl bist du, einen Menschen so zu schimpfen, den du nicht kennst, und der dich nicht kennt?

Kent. Und was für ein ausgeschämter Raker bist du, zu läugnen, daß du mich kennst? Ist es schon zwey Tage, seitdem ich dir ein Bein unterschlug, und dich vor dem König prügelte? Zieht vom Leder, ihr Schurke; wenn es schon Nacht ist, so scheint doch der Mond; ich will machen, daß er durch euch hindurch scheinen soll; ihr Hurensohn von einem rakermässigen Bartkrazer, zieht.

Hofmeister.
Fort, ich habe nichts mit dir zu thun.

Kent. Zieht, ihr Halunke! Ihr kommt mit Briefen wider den König, und nehmt des Püppchens (Vanitas) Parthey wider die Majestät ihres Vaters; zieht, ihr Lumpenhund, oder ich will eure Beine dermassen rösten—zieht, sage ich, hieher, Schurke—

Hofmeister.
Hülfe! ho! Mörder! Mörder! Hülfe!

Kent. Wehr dich, du Sclave! Steh, Galgenschwengel, steh, du mausköpfichter Sclave, wehre dich.

(Er prügelt ihn.)

Hofmeister.
Hülfe, ho! Mörder! Mörder!—