Gloster.
Gut, Mylord, so habe ich sie berichtet.
Lear.
Sie berichtet? Verstehst du mich, Mann?
Gloster.
Ja, mein Gnädiger Lord.
Lear. Der König will mit Cornwallen reden, der Vater will mit seiner Tochter reden; befiehlt ihr, ihm aufzuwarten—Sind sie dessen berichtet?—Mein Athem! Mein Blut!—Feurig? der feurige Herzog? Sagt dem heissen Herzog, ich—Nein! izt noch nicht; es mag seyn, daß er nicht wohl ist. Krankheit verabsäumt immer alle Pflichten, an die unsre Gesundheit gebunden ist; wir sind nicht wir selbst, wenn die unterligende Natur der Seele mit dem Leib zu leiden befiehlt. Ich will Geduld haben; ich war zu hastig, die Laune eines Kranken dem Gesunden zur Last zu legen.—Verwünscht sey mein Zustand!—Aber wofür sollte er hier sizen? Diese Handlung überführt mich, daß ihre Entfernung von Hause nur ein Kunstgriff ist. Gebt mir meinen Diener los—Geht, sagt dem Herzog und seinem Weib, ich wolle mit ihnen sprechen, izt gleich; sagt ihnen, sie sollen kommen und mich anhören, oder ich will vor ihrer Kammerthüre die Trommel schlagen lassen, bis sie schreyt, schlaft zu Tod.
Gloster.
Ich wollte, es wäre alles gut zwischen euch.
(Geht ab.)
Lear.
O! mein Herz, mein schwellendes Herz! herunter!
Narr.
Schrey ihm zu, Nonkel, wie das Küchen-Mädchen den Älen, die sie
lebendig in die Pastete gethan hatte; sie schlug sie mit einem
Steken ernstlich auf die Nasen und schrie, zu Boden mit euch, ihr
Muthwilligen, zu Boden! Es war ihr Bruder, der aus lauter
Gütigkeit gegen sein Pferd Butter an sein Heu that.
Eilfter Auftritt.
(Cornwall, Regan, Gloster und Bediente, zu den vorigen.)
Lear.
Ich wünsche euch beyden einen guten Morgen.