Dromio von Syracus. Wegen etwas weit stärkerm, wegen einer Kette; einer Kette; hört ihr sie nicht klingeln?
Adriana.
Was, die Kette?
Dromio von Syracus. Nein, die Gloke; es ist Zeit, daß ich gehe; es war zwey, da ich ihn verließ, und nun schlägt die Glok, eins.
Adriana.
Das hab ich nie gehört, daß die Stunden zurük gehen.
Dromio von Syracus. O ja, wenn eine Stunde einen Gerichtsdiener antrift, so lauft sie vor Schreken zurük. (Luciana kommt wieder.)
Adriana.
Geh, Dromio; hier ist das Geld, trag es hin, und bring deinen
Herren unmittelbar nach Hause.—Kommt, Schwester, ich weiß nimmer,
wo ich hin denken soll —
(Sie gehen ab.)
Fünfte Scene.
(Verwandelt sich in die Strasse.)
(Antipholis von Syracus tritt auf.)
Antipholis. Es begegnet mir kein Mensch auf der Strasse, der mich nicht grüsse, als ob ich längst mit ihm bekannt wäre, und jedermann nennte mich bey meinem Namen. Einige bieten mir Geld an, andre laden mich ein, andre danken mir für Höflichkeiten die ich ihnen erwiesen haben soll; andre tragen mir Sachen zum Kauf an. Diesen Augenblik rief mir ein Schneider in seine Werkstatt, und zeigte mir einen seidnen Zeug den er für mich gekauft habe, und wozu er das Maaß von mir nahm. Es kan nicht anders seyn, es besteht hier alles in lauter Einbildungen, und es wohnen lauter lapländische Zauberer hier. (Dromio von Syracus tritt auf.)
Dromio von Syracus. Herr, hier ist das Geld, warum ihr mich geschikt habt; wie, seyd ihr von dem neugekleideten Ebenbild des alten Adams los gekommen?