Gerichtsdiener.
Mein lieber Herr, habt Geduld.
Dromio von Ephesus.
Wahrhaftig, es ist an mir, Geduld zu haben; ich bin in der
Anfechtung.
Gerichtsdiener.
Halt du dein Maul, guter Freund.
Dromio von Ephesus.
Beredet ihn vielmehr, daß er seine Hände halte.
Antipholis von Ephesus.
Du Hurensohn von einem sinnlosen Galgenschwengel.
Dromio von Ephesus. Ich wollt' ich wäre sinnlos, Herr, so würd' ich eure Schläge nicht fühlen.
Antipholis von Ephesus. Du bist für nichts empfindlich als für Schläge, wie ein andrer Esel auch.
Dromio von Ephesus. Daß ich ein Esel bin, daß ist wahr; das könnt ihr mit meinen langen Ohren beweisen. Ich hab' ihm von meiner Geburts-Stund' an gedient, und habe für alle meine Dienste noch nichts von ihm empfangen, als Ohrfeigen. Wenn mich friert, so wärmt er mich mit Schlägen; wenn mir warm ist, so kühlt er mich mit Schlägen ab; er wekt mich mit Schlägen, wenn ich schlafe; und macht mich mit Schlägen aufstehn, wenn ich size; mit Schlägen treibt er mich zur Thür hinaus, wenn ich ausgehe, und bewillkommt mich wieder mit Schlägen, wenn ich zurükkomme; ich trage seine Schläge auf meinen Schultern, wie eine Bettlerin ihr Kind; und ich denke, wenn er mich lahm geschlagen hat, so werd ich noch damit von Haus zu Haus betteln gehen müssen.
{ed.-* Der Geist dieser Scherze ligt wie durchgängig in diesem Stük, in einem Wortspiel. (End), hat wie das deutsche Wort Ende, mehrere Bedeutungen—(- rope), heißt ein Seil, und (a rope's-end), (ein Ende von einem Seil,) ein Strik. Antipholis befahl dem Dromio (a rope's-end) zu kauffen; da er nun izt fragt, zu was End
(to what end)