Adriana. Schweige, du alberner Kerl, dein Herr und sein Diener sind hier; es ist alles falsch was du uns da erzählst.
Bote. Frau, auf mein Leben, ich sagte euch die Wahrheit; ich habe kaum Athem geholt, seitdem ich es mit meinen Augen gesehen habe; er tobt entsezlich über euch, und schwört, wenn er euer habhaft werde, so woll' er euch so zeichnen, daß ihr euch selbst nimmermehr gleich sehen sollet.
(Man hört ein Geschrey hinter der Bühne.)
Horcht, horcht, ich hör ihn, Frau; flieht, flieht.
Herzog.
Kommt, steht neben mich, fürchtet nichts; Wache, habet Acht!
Adriana. Weh mir, es ist mein Mann; ihr seyd Zeugen, daß er unsichtbar wieder heraus gekommen ist. Eben izt sahen wir ihn in die Abbtey hier hinein flüchten, und nun ist er hier, ohne daß ein Mensch begreiffen kan, wie es zugegangen ist.
Fünfte Scene.
(Antipholis und Dromio von Ephesus zu den Vorigen.)
Antipholis von Ephesus. Justiz, Gnädigster Herr, o, lasset mir Justiz angedeyhen. Um des Dienstes willen den ich euch einst that, da ich in der Schlacht meinen Leib zu euerm Schild machte, und die Wunden auffieng, die auf euch gezielt waren; um des Blutes willen, so ich damals verlohr, euer Leben zu retten; lasset mir izt Justiz angedeyhen.
Aegeon.
Wenn Todesfurcht mein Auge nicht verfälscht, seh' ich hier meinen
Sohn Antipholis und Dromio.
Antipholis von Ephesus. Justiz, theurer Fürst, gegen dieses Weibsbild hier; sie, die ihr selbst mir zum Weibe gegeben habt, und die mich auf den äussersten Grad betrogen und beschimpft hat. Sie übersteigt alles was man sich einbilden kan, die Beleidigung, so sie mir heute angethan hat.