Dromio von Ephesus.
Und ich bin gewiß, daß ich euch noch nie gesehen hab' als izt!

Aegeon. Meine Stimme nicht mehr kennen! O Zeit, hast du denn in sieben kurzen Jahren meine arme Zunge so gebrochen, daß mein einziger Sohn hier ihren sorgenvollen Ton nicht mehr erkennt?Obgleich diß mein graues Gesicht in des saftverzehrenden Winters Schnee eingehüllt ist, und alle Canäle meines Bluts zugefroren sind; so hat doch die Nacht meines Lebens einiges Gedächtniß, meine ausgebrannte Lampe noch einen schwachen Schimmer übrig, und meine tauben Ohren noch ein wenig Gehör; alle diese Zeugen lassen mich nicht irren, indem sie mir sagen, daß du mein Sohn Antipholis bist.

Antipholis von Ephesus.
In meinem Leben hab' ich meinen Vater nie gesehen.

Aegeon. Und doch weißst du, daß es erst sieben Jahre sind, daß wir in der Bay von Syracus von einander Abschied nahmen; aber vielleicht schämest du dich izt, mein Sohn, mich in meinem elenden Zustande zu erkennen.

Antipholis von Ephesus.
Der Herzog und alle in der Stadt die mich kennen, können meine
Zeugen seyn, daß es nicht so ist; ich habe Syracus in meinem Leben
nie gesehen.

Herzog. Ich sage dir, Syracusaner, zwanzig Jahre bin ich des Antipholis Patron gewesen, und in dieser ganzen Zeit hat er Syracus nie gesehen. Ich sehe, dein Alter und die Todesfurcht machen dich schwärmen.

Siebende Scene.
(Die Abbtißin mit Antipholis und Dromio von Syracus zu den Vorigen.)

Abbtissin. Gnädigster Herr, sehet hier einen Mann, dem das gröste Unrecht geschehen ist.

(Alle drängen sich, ihn zu sehen.)

Adriana. Was seh ich?betrügen mich meine Augen?Ich seh meinen Mann gedoppelt.