Squenz.
Ihr, des Pyramus Vater, ich selbst Thisbes Vater; Schnock,
der Schreiner, Ihr des Löwen Rolle. Und so wäre dann halt 'ne
Komödie in den Schick gebracht.

Schnock. Habt Ihr des Löwen Rolle aufgeschrieben? Bitt Euch, wenn Ihr sie habt, so gebt sie mir; denn ich habe einen schwachen Kopf zum Lernen.

Squenz.
Ihr könnt sie (ex tempore) machen; es ist nichts wie brüllen.

Zettel. Laßt mich den Löwen auch spielen. Ich will brüllen, daß es einem Menschen im Leibe wohl tun soll, mich zu hören. Ich will brüllen, daß der Herzog sagen soll: "Noch mal brüllen! Noch mal brüllen!"

Squenz.
Wenn Ihr es gar zu fürchterlich machtet, so würdet Ihr die
Herzogin und die Damen erschrecken, daß sie schrien, und
das brächte uns alle an den Galgen.

Alle.
Ja, das brächte uns an den Galgen, wie wir da sind.

Zettel. Zugegeben, Freunde! wenn ihr die Damen erst so erschreckt, daß sie um ihre fünf Sinne kommen, so werden sie unvernünftig genug sein, uns aufzuhängen. Aber ich will meine Stimme forcieren, ich will euch so sanft brüllen wie ein saugendes Täubchen:—ich will euch brüllen, als wär es 'ne Nachtigall.

Squenz. Ihr könnt keine Rolle spielen als den Pyramus. Denn Pyramus ist ein Mann mit einem süßen Gesicht, ein hübscher Mann, wie man ihn nur an Festtagen verlangen kann, ein scharmanter, artiger Kavalier. Derhalben müßt Ihr platterdings den Pyramus spielen.

Zettel. Gut, ich nehm's auf mich. In was für einem Bart könnt ich ihn wohl am besten spielen?

Squenz.
Nu, in was für einem Ihr wollt.