Lysander.
O ärgert Euch an meiner Unschuld nicht!
Die Liebe deute, was die Liebe spricht.
Ich meinte nur, mein Herz sei Eurem so verbunden,
Daß nur (ein) Herz in beiden wird gefunden.
Verkettet hat zwei Busen unser Schwur:
So wohnt in zweien (eine) Treue nur.
Erlaubet denn, daß ich mich zu Euch füge,
Denn, Herz, ich lüge nicht, wenn ich so liege.
Hermia.
Wie zierlich spielt mit Worten doch mein Freund!—
Ich würde selbst ja meiner Unart feind,
Hätt ich "Lysander lüge", je gemeint.
Doch aus Gefälligkeit und Lieb, ich bitte,
Rückt weiter weg! so weit, wie nach der Sitte
Der Menschen sich, getrennt von einem Mann,
Ein tugendsames Mädchen betten kann.
(Der) Raum sei zwischen uns.—Schlaf süß! Der Himmel gebe,
Daß, bis dein Leben schließt, die Liebe lebe!
Lysander.
Amen! so holder Bitte stimm ich bei:
Mein Herz soll brechen, bricht es meine Treu.
Mög alle Ruh des Schlafes bei dir wohnen!
Hermia.
Des Wunsches Hälfte soll den Wünscher lohnen!
(Sie schlafen.)
Droll (tritt auf).
Wie ich auch den Wald durchstrich,
Kein Athener zeigte sich,
Zum Versuch auf seinem Auge,
Was dies Liebesblümchen tauge.
Aber wer—o Still und Nacht—
Liegt da in Athenertracht?
Er ist's, den mein Herr gesehn
Die Athenerin verschmähn;
Hier schläft auch ruhig und gesund
Das Mädchen auf dem feuchten Grund.
Die Arme darf nicht liegen nah
Dem Schlagetot der Liebe da.
Allen Zauber dieses Taus,
Flegel, gieß ich auf dich aus.
(Indem er den Saft über seine Augen auspreßt.)
Wachst du auf, so scheuch den Schlummer
Dir vom Aug der Liebe Kummer!
Nun erwach! Ich geh davon,
Denn ich muß zum Oberon.
(Demetrius und Helena, beide laufend.)
Helena.
Demetrius, sollt's auch mein Tod sein, steh!