Squenz.
Was sagst du, lieber Sappermentszettel?

Zettel. Es kommen Dinge vor in dieser Komödie von Pyramus und Thisbe, die nimmermehr gefallen werden. Erstens: Pyramus muß ein Schwert ziehen, um sich selbst umzubringen, und das können die Damen nicht vertragen. He! Was wollt Ihr darauf antworten?

Schnauz.
Potz Kuckuck, ja! ein gefährlicher Punkt.

Schlucker.
Ich denke, wir müssen am Ende das Totmachen auslassen.

Zettel. Nicht ein Tüttelchen; ich habe einen Einfall, der alles gutmacht. Schreibt mir einen Prolog, und laßt den Prolog verblümt zu verstehen geben, daß wir mit unsern Schwertern keinen Schaden tun wollen; und daß Pyramus nicht wirklich tot gemacht wird; und zu mehr besserer Sicherheit sagt ihnen, daß ich, Pyramus, nicht Pyramus bin, sondern Zettel, der Weber. Das wird ihnen schon die Furcht benehmen.

Squenz. Gut, wir wollen einen solchen Prologus haben, und er soll in Acht- und Sechssilbern geschrieben sein.

Zettel.
Nein, nehmt zwei mehr, laßt's Achtsilber sein.

Schnauz.
Werden die Damen nicht auch vor dem Löwen erschrecken?

Schlucker.
Ich fürcht es, davor steh ich euch.

Zettel. Meister, ihr solltet dies bei euch selbst überlegen. Einen Löwen—Gott behüt uns!—unter Damen zu bringen, ist eine greuliche Geschichte; es gibt kein grausameres Wildbret als so'n Löwe, wenn er lebendig ist; und wir sollten uns vorsehn.