Philostrat.
Nein, mein gnädger Fürst,
Es ist kein Stück für Euch. Ich hört es an,
Und es ist nichts daran, nichts auf der Welt,
Wenn Ihr nicht Spaß an ihren Künsten findet,
Die sie mit schwerer Müh sich eingeprägt,
Euch damit aufzuwarten.
Theseus.
Ich will's hören,
Denn nie kann etwas unwillkommen sein,
Was Einfalt darbringt und Ergebenheit.
Geht, führt sie her! Ihr Frauen, nehmet Platz!
(Philostrat ab.)
Hippolyta.
Ich mag nicht gern Armseligkeit bedrückt,
Ergebenheit im Dienst erliegen sehn.
Theseus.
Du sollst ja, Teure, nichts dergleichen sehn.
Hippolyta.
Er sagt ja, sie verstehen nichts hievon.
Theseus.
Um desto gütger ist's, für nichts zu danken.
Was sie versehen, ihnen nachzusehen,
Sei unsre Lust. Was armer, willger Eifer
Zu leisten nicht vermag, schätz edle Rücksicht
Nach dem Vermögen nur, nicht nach dem Wert.
Wohin ich kam, da hatten sich Gelahrte
Auf wohlgesetzte Reden vorbereitet;
Da haben sie gezittert, sich entfärbt,
Gestockt in einer halb gesagten Phrase;
Die Angst erstickte die erlernte Rede,
Noch eh sie ihren Willkomm vorgebracht,
Und endlich brachen sie verstummend ab.
Sogar aus diesem Schweigen, liebes Kind,
Glaub mir, fand ich den Willkomm doch heraus;
Ja, in der Schüchternheit bescheidnen Eifers
Las ich soviel als von der Plapperzunge
Vorwitzig prahlender Beredsamkeit.
Wenn Lieb und Einfalt sich zu reden nicht erdreisten,
Dann, dünkt mich, sagen sie im Wenigsten am meisten.
(Philostrat kommt zurück.)
Philostrat.
Beliebt es Eurer Hoheit? Der Prolog
Ist fertig.
Theseus.
Laßt ihn kommen.