Helena.
Und mir ist übel, wenn ich dich nicht sehe.

Demetrius.
Du sezest deine Tugend in zu grosse
Gefahr, die Stadt so zu verlassen, und
Dich in die Hände eines Manns, der dich
Nicht liebt zu liefern, und der lokenden
Bequemen Nacht, und dieses öden Waldes
Versuchung, deiner jungferlichen Ehre
Kostbaren Werth so sorglos zu vertrauen.

Helena.
O! Meine Sicherheit ist deine Tugend!
Und darum, däucht mich, bin ich nicht im Dunkeln.
Es ist nicht Nacht, wenn ich dein Antliz sehe;
Auch fehlt es diesem Hayne nicht an Welten
Gesellschaft; denn für mich bist du die ganze Welt.
Wie kan man denn, daß ich allein sey, sagen,
Wenn alle Welt hier ist, und auf mich schaut?

Demetrius.
Ich werde von dir rennen, in das Farrenkraut;
Mich dort versteken, und den wilden Thieren
Dich überlassen—

Helena.
—O! das wildeste
Hat kein solch Herz wie du! Flieh', wenn du willst,
Flieh' nur, so wird sich die Geschichte drehen,
Apollo flieh'n, und Daphne ihn verfolgen.
Die Daube jagt den Gey'r, die sanfte Hindin eilt
Den Tyger zu erhaschen. Schwaches Eilen!
Wenn Zagheit jagt, und Dapferkeit entflieht.

Demetrius.
Ich will nicht länger säumen, deine Fragen
Zu hören. Laß mich geh'n; und folgst du mir,
So glaube nur, ich füge dir ein Leid
In diesem Holze zu—

Helena.
—O! in der Stadt
Im Feld, im Tempel fügst du Leid mir zu!
O! schäme dich, Demetrius, deine Härte
Entehret mein Geschlecht. Wir können nicht
Für Liebe fechten, wie die Männer mögen;
Gesucht zu werden, und nicht selbst zu suchen,
Sind wir gemacht!—jedoch, ich folge dir;
Und selbst der Tod von dieser werthen Hand
Wird eine Hölle mir zum Himmel machen.

(Sie gehen ab.)

Vierter Auftritt.

Oberon.
Fahr wol, o Nymph'! eh du den Hayn verlässest,
Sollt du ihn flieh'n, er deine Liebe suchen. (Puk tritt auf.) Wo
ist die Blume? Willkommen, Wand'rer!