Polonius. Wie er sich herauslassen würde—ja, meiner Six—er würde sich so herauslassen—Ich kenne den jungen Herrn, ich sah ihn gestern oder vorgestern, oder einen andern Tag mit dem und dem; und wie ihr sagt, da spielte er, da gerieth er in Hize, da fieng er beym Ballspiel Händel an; oder vielleicht, ich sah ihn in diß oder jenes verdächtige Haus gehen, Videlicet in ein Bordell, oder dergleichen— Seht ihr nun, daß auf diese Weise der Angel eurer Lüge diesen Karpen der Wahrheit fangen könnt—Das sind die Wege, wie wir andern Gelehrten und Staatisten, durch Winden und Sondiren, (per indirectum), hinter die wahre Beschaffenheit der Sachen zu kommen pflegen: Ich mache euch kein Geheimniß aus dieser Frucht meiner ehmaligen Lectur und Erfahrung, damit ihr sie nun bey meinem Sohn applicieren könnt—Ihr habt mich doch begriffen; habt ihr nicht?
Reinoldo.
Ja wohl, Gnädiger Herr.
Polonius.
So behüt euch Gott; lebt wohl.
Reinoldo.
Mein Gnädiger Herr—
Polonius. Ihr müßt trachten, daß ihr durch euch selbst hinter seine Neigungen kommt.
Reinoldo.
Das will ich, Gnädiger Herr.
Polonius.
Und macht, daß er seine Musik fleissig exerciert.
Reinoldo.
Wohl, Gnädiger Herr.
(Reinold geht ab.)
Zweyte Scene.
(Ophelia tritt auf.)