Rosenkranz.
Wir denken nicht so, Gnädiger Herr.

Hamlet.
Nicht? Nun so ist es auch nicht so für euch: Es ist nichts so gut
oder so schlimm, das nicht durch unsre Meynung dazu gemacht wird:
Für mich ist es ein Gefängniß.

Rosenkranz. Wenn das ist, so macht es euer Ehrgeiz dazu; es ist zu enge für euern Geist.

Hamlet. O Gott, ich wollte mich in eine Nußschale einsperren lassen, und mir einbilden, daß ich König über einen unendlichen Raum sey; wenn ich nur nicht so schlimme Träume hätte.

Güldenstern.
Welche Träume im Grunde nichts anders als Ehrgeiz sind; denn was
ist das ganze Wesen des Ehrsüchtigen, als ein Schatten von einem
Traum?

Hamlet.
Ein Traum ist selbst nur ein Schatten.

Rosenkranz. Allerdings, und ich halte den Ehrgeiz für etwas so leichtes und unwesentliches, daß er nur der Schatten eines Schattens genennt zu werden verdient.

Hamlet. Nach dieser Art zu urtheilen, sind unsre Bettler, Körper; und unsre Monarchen und aufgespreißten Helden, der Bettler Schatten. Wollen wir nach Hofe? Denn, auf meine Ehre, raisonnieren ist meine Sache nicht.

Beyde.
Wir sind zu Euer Gnaden Aufwartung.

Hamlet.
Keine solche Complimente: Ich möchte euch nicht zu meinen übrigen
Bedienten rechnen: Denn wenn ichs euch als ein ehrlicher Mann sagen
soll, ich habe ein sehr fürchterliches Gefolge; aber in vollem
Vertrauen, was thut ihr hier in Elsinoor?