Güldenstern.
Das thun sie, Gnädiger Herr; den Hercules mit samt seiner Ladung.

Hamlet. Mich wundert es nicht; denn mein Oheim ist König in Dännemark, und die Nemlichen, welche bey meines Vaters Leben Frazen-Gesichter gegen ihn geschnitten hätten, geben izt zwanzig, vierzig, fünfzig, ja hundert Ducaten, um sein Bildniß in Miniatur zu haben.*** Es ist etwas mehr als natürliches hierinn, das wol werth wäre, daß die Philosophen sich Mühe gäben, es zu erforschen.

{ed.-*** Ein Stich über den Beyfall den die Chor-Knaben bey dem König und dem Hofe fanden.}

(Man hört ein Getöse.)

Güldenstern.
Da kommen die Comödianten.

Hamlet (zu Güldenstern und Rosenkranz.) Meine Herren, ihr seyd willkommen in Elsinoor, gebt mir eure Hände; kommt, kommt; wir wollen die Ceremonien bey Seite legen. Das muß unter uns ausgemacht seyn, sonst würde mein Betragen gegen diese Comödianten (gegen welche ich, gewisser Ursachen wegen, höflich seyn werde,) mehr Verbindliches zu haben scheinen, als mein Bezeugen gegen euch. Ihr seyd willkommen; aber mein Oheim-Vater, und meine Tante-Mutter haben sich betrogen.

Güldenstern.
Wie so, Gnädiger Herr?

Hamlet. Ich bin nur toll bey Nord oder Nord-West; wenn der Wind von Suden bläßt, kan ich einen Falken sehr wol von einer Hand-Säge unterscheiden.****

{ed.-**** Ein damals gewöhnliches Sprüchwort. Eigentlich soll es heissen, einen Falken von einem Reyger-Nest; allein das gemeine Volk machte aus (Hern-shaw, (I know a hawk from a hern-shaw) hand-saw) eine Hand-Säge, vermuthlich, damit die Redensart possierlicher klinge, wie es vielen Sprüchwörtern zu gehen pflegt.}

Siebende Scene.
(Polonius zu den Vorigen.)