(vor sich.)

—Die Kerls werden mich noch toll machen—Ich will kommen, augenbliklich.

Polonius.
Ich will es so sagen.

Hamlet.
Augenbliklich ist bald gesagt. Laßt mich allein, gute Freunde.

(Sie gehen ab.)

Es ist nun Mitternacht, die Zeit wo Zauberer und Unholden hinter dem Vorhang der Finsterniß ihre abscheulichen Künste treiben; die Zeit, wo Kirchhöfe ihre Todten auslassen, und die Hölle selbst verpestete Seuchen in die Oberwelt aufdünstet. Nun könnt ich heisses Blut trinken, Dinge thun, von deren Anblik der bessere Tag zurükschauern würde. Stille! Nun zu meiner Mutter—O mein Herz, verliehre deine Natur nicht! Laß nicht, o! nimmermehr! die Seele des Nero in diesen entschlossenen Busen fahren; ich will grausam seyn, nicht unnatürlich; ich will Dolche mit ihr reden, aber keinen gebrauchen. Hierinn sollen meine Zunge und mein Herz nicht zusammen stimmen. So unbarmherzig immer meine Worte mit ihr verfahren werden, so fern sey es doch auf ewig von meiner Seele, sie ins Werk zu sezen.

(Er geht ab.)

Achte Scene.
(Der König, Rosenkranz und Güldenstern treten auf.)

König. Er gefällt mir gar nicht, und es würde auch nicht sicher für uns seyn, diese Tollheit so ungebunden fortschwärmen zu lassen. Macht euch also reisefertig; ich will euch unverzüglich eure Instruction aufsezen, und er soll mit euch nach England. Die Umstände gestatten nicht, uns den Gefahren bloß zu stellen, welche stündlich aus seinen Mondsüchtigen Launen entstehen können.

Güldenstern.
Wir wollen uns anschiken; es ist eine höchst gerechte und heilige
Furcht, für so vieler tausend Personen Sicherheit besorgt zu seyn,
die in Eu. Majestät leben.