Antonius.
O fürchtet den nicht; er ist nicht gefährlich,
Er ist ein edler Mann und wohlgesinnt.

Cäsar.
Wär er nur fetter!—Zwar ich fürcht ihn nicht;
Doch wäre Furcht nicht meinem Namen fremd,
Ich kenne niemand, den ich eher miede
Als diesen hagern Cassius. Er liest viel;
Er ist ein großer Prüfer und durchschaut
Das Tun der Menschen ganz; er liebt kein Spiel,
Wie du, Antonius, hört nicht Musik;
Er lächelt selten, und auf solche Weise,
Als spott er sein, verachte seinen Geist,
Den irgend was zum Lächeln bringen konnte.
Und solche Männer haben nimmer Ruh,
Solang die jemand größer sehn als sich;
Das ist es, was sie so gefährlich macht.
Ich sag dir eher, was zu fürchten stände,
Als was ich fürchte; ich bin stets doch Cäsar.
Komm mir zur Rechten, denn dies Ohr ist taub,
Und sag mir wahrhaft, was du von ihm denkst.

(Cäsar und sein Gefolge ab; Casca bleibt zurück.)

Casca.
Ihr zogt am Mantel mich; wollt Ihr mich sprechen?

Brutus.
Ja, Casca, sag uns, was sich heut begeben,
Daß Cäsar finster sieht.

Casca.
Ihr wart ja bei ihm; wart Ihr nicht?

Brutus.
Dann fragt ich Casca nicht, was sich begeben.

Casca.
Nun, man bot ihm eine Krone an, und als man sie ihm anbot, schob er
sie mit dem Rücken der Hand zurück: so—; und da erhob das Volk ein
Jauchzen.

Brutus.
Worüber jauchzten sie zum andern Mal?

Casca.
Nun, auch darüber.