Antonius.
Auch Ihr, erlauchter Cäsar!
Cäsar.
Befehlt, daß man im Hause fertig sei;
Es ist nicht recht, so auf sich warten lassen.
Ei, Cinna!—Ei, Metellus!—Wie, Trebonius?
Ich hab mit Euch ein Stündchen zu verplaudern;
Gedenkt daran, daß Ihr mich heut besucht,
Und bleibt mir nah, damit ich Euer denke.
Trebonius.
Das will ich, Cäsar—(beiseite) will so nah Euch sein,
Daß Eure besten Freunde wünschen sollen,
Ich wär entfernt gewesen.
Cäsar.
Lieben Freunde,
Kommt mit herein und trinkt ein wenig Weins,
Dann gehen wir gleich Freunden miteinander.
Brutus (beiseite).
Daß gleich nicht stets dasselbe ist, o Cäsar!
Das Herz des Brutus blutet, es zu denken.
(Alle ab.)
Dritte Szene
Eine Straße nahe beim Kapitol
Artemidorus tritt auf und liest einen Zettel
Artemidorus. "Cäsar, hüte dich vor Brutus; sei wachsam gegen Cassius; halte dich weit vom Casca; habe ein Auge auf Cinna; mißtraue dem Trebonius; beobachte den Metellus Cimber; Decius Brutus liebt dich nicht; beleidigt hast du den Cajus Ligarius. Nur ein Sinn lebt in allen diesen Männern, und er ist gegen Cäsar gerichtet. Wo du nicht unsterblich bist, schau um dich. Sorglosigkeit gibt der Verschwörung Raum. Mögen dich die großen Götter schützen! Der Deinige Artemidorus."
Hier will ich stehn, bis er vorübergeht,
Und will ihm dies als Bittschrift überreichen.
Mein Herz bejammert, daß die Tugend nicht
Frei von dem Zahn des Neides leben kann.
O Cäsar, lies! so bist du nicht verloren;
Sonst ist das Schicksal mit Verrat verschworen. (Ab.)