Zweiter Bürger.
Wenn man die Sache recht erwägt, ist Cäsarn
Groß Unrecht widerfahren.

Dritter Bürger.
Meint Ihr, Bürger?
Ich fürcht, ein Schlimmrer kommt an seine Stelle.

Vierter Bürger.
Habt ihr gehört? Er nahm die Krone nicht;
Da sieht man, daß er nicht herrschsüchtig war.

Erster Bürger.
Wenn dem so ist, so wird es manchem teuer
Zu stehen kommen.

Zweiter Bürger.
Ach, der arme Mann!
Die Augen sind ihm feuerrot vom Weinen.

Dritter Bürger.
Antonius ist der bravste Mann in Rom.

Vierter Bürger.
Gebt acht! Er fängt von neuem an zu reden.

Antonius.
Noch gestern hätt umsonst dem Worte Cäsars
Die Welt sich widersetzt; nun liegt er da,
Und der Geringste neigt sich nicht vor ihm.
O Bürger! strebt ich, Herz und Mut in euch
Zur Wut und zur Empörung zu entflammen,
So tät ich Cassius und Brutus Unrecht,
Die ihr als ehrenwerte Männer kennt.
Ich will nicht ihnen Unrecht tun, will lieber
Dem Toten Unrecht tun, mir selbst und euch,
Als ehrenwerten Männern, wie sie sind.
Doch seht dies Pergament mit Cäsars Siegel;
Ich fand's bei ihm, es ist sein letzter Wille.
Vernähme nur das Volk dies Testament
(Das ich, verzeiht mir, nicht zu lesen denke),
Sie gingen hin und küßten Cäsars Wunden
Und tauchten Tücher in sein heilges Blut,
Ja, bäten um ein Haar zum Angedenken,
Und sterbend nennten sie's im Testament
Und hinterließen's ihres Leibes Erben
Zum köstlichen Vermächtnis.

Vierter Bürger.
Wir wollen's hören: lest das Testament!
Lest, Mark Anton!

Bürger.
Ja, ja, das Testament!
Laßt Cäsars Testament uns hören.