Vernon.
Ich bin's zufrieden.
Hot-Spur.
Diese Nacht, sag ich.
Vernon. Kommt, kommt, es kan nicht seyn; mich wundert sehr, wie Männer von so grosser Erfahrenheit als ihr die Ursache übersehen können, die den Aufschub nothwendig machen. Meines Vetters Vernons Pferde sind noch nicht da, Worcester's Reuterey kam erst heute, und nun sind die Pferde müd, ohne Feuer, und der Ruhe bedürftig.
Hot-Spur. Das sind auch des Feindes seine; gröstentheils von der Reise abgemattet; da hingegen die mehresten von den unsrigen vollkommen ausgeruht haben.
Worcester.
Der König ist uns zu sehr an der Zahl überlegen; um Gottes willen,
Neffe, wartet bis wir unsre Macht beysammen haben.
(Man hört eine Trompete, die das Zeichen zu einer Unterredung bläst.)
Fünfte Scene.
(Sir Walter Blunt zu den Vorigen.)
Blunt. Ich komme mit gnädigen Anerbietungen von seiner Majestät, wenn ihr mir Gehör geben wollt.
Hot-Spur. Willkommen, Sir Walter Blunt; und wollte Gott, ihr wäret entschlossen, wie wir; einige von uns lieben euch, und eben diese beneiden eure Verdienste und euern Namen, weil ihr nicht auf unsrer Seite, sondern als Feind uns entgegen steht.
Blunt. Und verhüt' es der Himmel, daß ich anders stehen sollte, so lang als ihr, pflichtvergeßner Weise, gegen die geheiligte Majestät stehet. Aber zu meinem Geschäfte—Der König verlangt zu wissen, was für Beschwerungen, oder was für eine Ursach euch bewogen habe, den einheimischen Frieden durch verwegne Feindseligkeiten zu stören? Wenn der König eure Verdienste um ihn, die er eingesteht, auf irgend eine Art vergessen haben sollte, so verlangt er, daß ihr eure Klagen führen sollt; eure Wünsche sollen euch ohne Verzug mit Wucher und mit vollkommner Begnadigung für euch, und für diejenige die von euch verleitet worden, gewähret seyn.