Poins.
Ja, aber einmal etwas recht gutes.

Prinz Heinrich.
Es soll für wizige Köpfe von so edler Geburt wie du, gut genug seyn.

Poins.
So sagt es denn, ich kan alles anhören.

Prinz Heinrich. Ich sage dir, es schikt sich nicht, daß ich izt traurig aussehe, weil mein Vater krank ist; und doch könnt' ich dir sagen, (als einem, den mir's beliebt, aus Mangel eines bessern, meinen Freund zu nennen,) daß ich traurig seyn könnte, im Ernst traurig.

Poins (spöttisch.)
In der That, die Ursache ist auch darnach.

Prinz Heinrich. Bey dieser Hand, du denkst ich sey ein so verstokter Bube, als du und Falstaff. Laß das Ende den Mann bewähren. Aber ich sage dir, mein Herz blutet innwendig, daß mein Vater so krank ist, wenn mir gleich der Umgang mit so schlimmer Gesellschaft als du bist, die Freyheit benimmt, äusserliche Zeichen von Schmerz an mir sehen zu lassen.

Poins.
Und warum das?

Prinz Heinrich.
Was würdest du von mir denken, wenn ich weinte?

Poins.
Ich dächte, du seyest ein so durchlauchtiger Heuchler, als ein Cron-
Prinz je gewesen ist.

Prinz Heinrich. So würde jedermann denken, und du bist ein glüklicher Geselle, daß du immer denkst wie jedermann denkt. Keines Menschen in der Welt seine Gedanken bleiben besser in der allgemeinen Landstrasse als die deinigen. Jedermann würde denken, ich sey ein Heuchler, so ist es. Und was bewegt eure hochzuverehrende Gedanken, so zu denken?