Hubert. Wohlan dann, sieh und lebe; ich will deine Augen nicht anrühren, wenn mir gleich dein Oheim alle seine Schäze geben wollte. Und doch hab' ich geschworen; und ich war entschlossen, mit diesem Eisen hier sie auszubrennen.
Arthur. O! nun seht ihr wieder wie Hubert aus. Alle diese Weile war't ihr verlarvt.
Hubert. Stille, nichts weiter. Adieu; euer Oheim darf nichts anders wissen, als daß ihr todt seyd. Ich will diese hündische Auflaurer mit falschen Nachrichten anfüllen; und du, holdseliges Kind, schlaffe ruhig, und sicher, daß Hubert, um die ganze Welt, dir nichts Leides thun wollte.
Arthur.
O Himmel! ich danke euch, Hubert.
Hubert. Stille, nichts weiter; geh' sachte mit mir hinein; ich seze mich keiner kleinen Gefahr um deinetwillen aus.
(Sie ziehen ab.)
Zweyte Scene.
(Verwandelt sich in den Hof von England.)
(König Johann, Pembroke, Salisbury, und andre Lords treten auf.)
König Johann. So sizen wir dann noch einmal wieder hier, noch einmal gekrönt, und, wie ich hoffe, mit gewognen Augen angesehen.
Pembroke. Dieses noch einmal, war, mit Euer Hoheit Erlaubniß, überflüßig; ihr seyd vorher schon gekrönt worden, und dieser königliche Schmuk ist euch niemals abgerissen, niemals die euch zugeschworne Treue durch Empörung gebrochen worden. Kein Verlangen nach Veränderungen hat das Land beunruhiget, und niemand hat sich, in Hoffnung sein Glük zu verbessern, nach neuen Staats-Auftritten gelüsten lassen.
Salisbury. Dieser doppelte Pomp einen Titel zu befestigen, der vorhin schon sicher war, ist eben soviel als feines Gold übergülden, die Lilie weiß färben, die Viole parfumiren, das Eis glätten, den Regenbogen mit einer neuen Farbe bereichern, und dem schönen Auge des Himmels durch ein Fakel-Licht einen höhern Glanz geben wollen; es ist vergebliche Verschwendung und lächerlicher Überfluß.