König Johann.
Habe Geduld mit mir, Vetter; ich war einen Augenblik betäubt; aber
izt athme ich wieder frey, und kan alles hören, was mir irgend eine
Zunge sagen kan.

Faulconbridge. Wie ich mit der Geistlichkeit zu Werke gegangen bin, können die Summen die ich zusammen gebracht am besten sagen. Allein indem ich das Land, um hieher zu kommen, durchreiset bin, find' ich das Volk in einem seltsamen Anstoß von Schwärmerey, von Rumoren besessen und voll wunderlicher Träume, voller Furcht und Schreken, ohne zu wissen, was sie fürchten; und hier ist ein Prophet, den ich von den Strassen von Pomfret, wo ihm ein unzähliches Volk nachlief, weggenommen, und mit mir gebracht habe. Er sang ihnen in rauhen hartklingenden Reimen, daß vor nächstem Auffahrts-Tag, mittags, Eu. Hoheit die Crone niederlegen würden.

König Johann.
Du eitler Träumer, warum thatest du das?

Peter.
Weil ich vorher weiß, daß es geschehen wird.

König Johann. Hubert, hinweg mit ihm, ins Gefängniß, und auf den Tag, mittags, wenn ich, wie er sagt, die Crone niederlegen soll, laß ihn aufhängen. Bring ihn in sichre Verwahrung und komm wieder, denn ich habe dich nöthig.

(Hubert geht mit Peter ab.) (Zu Faulconbridge.)

O mein liebster Vetter, hörst du die Zeitung, die sich von einer
Landung ausbreitet?

Faulconbridge. Jedermanns Mund ist voll davon; überdas traf ich den Lord Bigot und den Lord Salisbury an, mit Augen so roth wie frisch angeblasenes Feuer, und noch viele andre, welche giengen Arthurs Grab zu suchen, der, wie sie sagen, diese Nacht auf euer Anstiften ermordet worden sey.

König Johann. Mein lieber Vetter, geh, wage dich in ihre Gesellschaft; ich hab' einen Weg ihre Liebe wieder zu gewinnen; bringe sie vor mich.

Faulconbridge.
Ich will sie aufsuchen.