Hubert. O mein werther Herr, eine Zeitung, die sich für die Nacht schikt, schwarz, gefahrvoll, trostlos und schreklich.
Faulconbridge. Zeige mir ohne Umstände die Wunde deiner schlimmen Zeitung; ich bin kein Weibsbild, ich will nicht darüber in Unmacht fallen.
Hubert. Der König ist, wie ich besorge, von einem Mönchen vergiftet worden; ich verließ ihn beynahe sprachlos, und eilte sogleich fort, um euch von diesem Unfall zu benachrichtigen; damit ihr euch desto besser auf die Folgen desselben gefaßt machen könnet, als wenn ihr zu spät von ihm überraschet würdet.
Faulconbridge.
Wie bekam er das Gift? Wer credenzte ihm?
Hubert. Ein Mönch, wie ich euch sagte; ein entschlossener Bösewicht, dem die Gedärme sogleich davon geborsten sind. Doch der König kan noch reden, und vielleicht wieder zurecht kommen.
Faulconbridge.
Wen liessest du seiner Majestät zur Aufwartung?
Hubert. Wie? wißt ihr nicht, daß die Lords alle wieder zu ihm zurük gefallen sind, und den Prinzen Heinrich mit sich gebracht haben, auf dessen Fürbitte der König sie begnadiget hat. Sie alle sind gegenwärtig bey seiner Majestät.
Faulconbridge. Halt deinen Zorn zurük, mächtiger Himmel! Und leg' uns nicht mehr auf, als wir tragen können! Ich muß dir sagen, Hubert, daß die Helfte meiner Armee, indem ich diese Nacht über diese Untieffen sezte, von der Fluth ergriffen worden; diese Lincoln-Sümpfe haben sie verschlungen, und ich selbst, obgleich wohl beritten, bin mit Noth davon gekommen. Laß uns eilen; führe mich zum Könige; ich besorge, er möchte schon verschieden seyn, eh ich ihn sehe.
(Sie gehen ab.)
Neunte Scene.
(Verwandelt sich in einen Garten der Abtey zu Swinstead.)
(Prinz Heinrich, Salisbury und Bigot treten auf.)