York. Der König ist gekommen; gehet sanft mit seiner Jugend zu Werke; junge feurige Füllen, wenn sie aufgebracht werden, rasen nur desto mehr.

Königin.
Wie steht es um unsern edeln Oheim Lancaster?

König Richard.
Wie steht's Mann? Was macht der alte Gaunt?

Gaunt. O dieser Name schikt sich für meinen Zustand!* Ja wohl der alte Gaunt, und nichts als Haut und Knochen (Gaunt) vor Alter! Der Kummer in mir, hat eine verdrießliche Fasten gehalten, und wer wird nicht mager, der sich des Fleisches enthalten muß? Lange hab' ich für das schlafende England gewacht, und Wachen zehrt ab und macht mager. Das Vergnügen wovon einige Väter sich nähren, der Anblik meiner Kinder ist mir gänzlich untersagt; und die Fasten, die du mir hierinn auferlegt hast, hat mich ganz mager gemacht, mager für das Grab, mager wie ein Grab, dessen holer Leib nichts als Knochen enthält.

{ed.-* Alle diese Wortspiele, die in dem Mund eines Tertianers kindisch wären, und in dem Mund eines Sterbenden unerträglich sind, gründen sich auf die Bedeutung des Namens Gaunt, der im Englischen so viel heißt als mager, abgezehrt, der nur noch Haut und Knochen hat.}

König Richard.
Können kranke Leute so spizfündig mit Worten spielen?

Gaunt. Nein, aber Elend hat keine andre Kurzweile, als über sich selbst zu spotten. [Weil du meinen Namen in mir zu tödten suchst, so spotte ich meines Namens, Grosser König, um dir zu schmeicheln.**

{ed.-** Die Zeilen, die hier und in der Folge in [ ] eingeschlossen sind, sind im Original in Reimen.}

König Richard.
Sollen sterbende Leute den lebenden schmeicheln?

Gaunt.
Nein, nein, die lebenden Leute schmeicheln den Sterbenden.