Ross. Mein Herz ist voll; aber es muß von Schweigen brechen, eh ihm eine freymüthige Zunge leichter machen kan.

Northumberland.
Bezieht sich das, was ihr reden möchtet, auf den Herzog von
Hereford, so sagt es kühnlich heraus, Mann; mein Ohr horcht mit
Freuden allem Guten entgegen, was von ihm gesagt wird.

Ross. Alles Gute, was ich für ihn thun kan, ist, Mitleiden mit ihm zu haben, daß er seines Erbguts so beraubt worden ist.

Northumberland. Nun, beym Himmel, Schande ist es, daß solche Kränkungen, solche Ungerechtigkeiten gegen ihn, einen königlichen Prinzen, und manche andre von edlem Blut, in diesem dem Umsturz nähernden Lande niederträchtig ertragen werden sollen! Der König ist nicht er selbst, unköniglich läßt er von Schmeichlern sich leiten; und was sie aus Raubsucht oder aus Haß gegen irgend einen aus uns anzetteln möchten, das wird der König nach der Schärfe gegen uns, unser Leben, unsre Kinder und Erben ausführen.

Ross.
Die Gemeinen hat er durch übermäßige Auflagen ausgesogen, und
dadurch ihre Herzen verlohren; die Edeln hat er wegen abgestorbner
Händel gebüßt, und ihre Herzen verlohren.

Willoughby.
Nichts destoweniger werden unter allerley Namen täglich neue
Erpressungen ausgesonnen; aber, was um Gottes willen! soll endlich
daraus werden?

Northumberland. Kriege haben alle diese Summen nicht verzehrt; denn er hatte nie keinen Krieg, sondern gab vielmehr durch einen schimpflichen Verglich hin, was seine Vorältern durch Siege gewonnen hatten; er hat mehr Aufwand im Frieden gemacht, als sie in allen ihren Kriegen.

Ross.
Der Graf von Wiltschire hat das Königreich im Pacht.

Willoughby.
Der König ist Bankrutt worden.

Ross. Und ungeachtet aller seiner schweren Auflagen, muß er den vertriebnen Herzog berauben, um Geld für diese Irländischen Unruhen zu haben.