Green.
Hier kommt der Herzog von York.
Königin.
Mit Zeichen des Kriegs um seinen bejahrten Naken. O, seine Blike
sind von sorgenvollen Geschäften verdüstert! Guter Oheim, um des
Himmels willen, eine tröstliche Zeitung!
York. So müßte ich meine Gedanken belügen; der Trost ist im Himmel, und wir sind auf einer Welt, wo nichts als Kreuz, Sorge und Kummer lebt. Euer Gemal ist gegangen, um in der Ferne zu retten, was ihm andre indeß daheim entreissen. Ich ward hier zurük gelassen, um dieses Land zu unterstüzen; ich, der vom Alter gedrükt, kaum mich selbst tragen kan. Nun kommen die kranken Tage, die seine Ausschweiffungen nach sich gezogen haben; nun wird er seine Freunde, die ihm schmeichelten, kennen lernen. (Ein Bedienter kommt herein.)
Bedienter.
Milord, euer Sohn war schon abgereist, wie ich ankam.
York. Schon abgereist; Nun, so geh alles, welchen Weg es will. Die Edeln sind übergegangen, die Gemeinen kalt, und wanken schon wie ich besorge, auf Herefords Seite—Geh du nach Plaschie, zu meiner Schwester von Glocester; bitte sie, daß sie mir unverzüglich tausend Pfund schike; halt, hier ist mein Ring.
Bedienter. Milord, ich habe vergessen zu sagen, daß an dem nemlichen Tag da ich hinkam, und anfragte—Aber ich werde euch betrüben, wenn ich es sage.
York.
Was ist es dann?
Bedienter.
Eine Stunde eh ich kam, starb die Herzogin.
York. Gerechter Himmel! Was für eine Fluth von Plagen stürzt sich auf einmal über dieses unglükselige Land! Ich weiß nicht, was ich thun soll; wollte Gott! der König hätte (ohne daß eine Untreue von mir ihn dazu aufgefordert hätte) meinen Kopf mit meines Bruders Gloster's seinem abschlagen lassen. Wie, sind schon Jacht-Schiffe nach Irland abgegangen? Wo sollen wir Geld zu diesem Krieg hernehmen? Kommt, Schwester; (Base, wollt' ich sagen,) ich bitte euch um Vergebung.—
(Zum Bedienten.)