(er schmeißt den Spiegel auf den Boden,)
und so zerbrechlich wie die Majestät, ist auch das Gesicht; denn hier ligt es, in hundert Scherben zerbrochen. Gieb Acht, stillschweigender König, auf die Moral dieses Kinderspiels; wie schnell mein Kummer mein Gesicht zerstört hat.
Bolingbroke.
Der Schatten euers Kummers hat den Schatten euers Gesichts zerstört.
König Richard. Sagt das noch einmal. Der Schatten meines Kummers! Ha, laßt einmal sehen—es ist in der That so, mein Schmerz ligt ganz in meinem Innern, und alle diese äusserlichen Zeichen von Jammer sind blosse Schatten des unsichtbaren Grams, der in geheim in der gepeinigten Seele schwellt. Ich danke dir, König, daß du mir nicht nur Ursache zum Wehklagen giebst, sondern mich auch noch lehrst, wie ich die Ursache bejammern soll. Ich will nur noch um eine einzige Gefälligkeit gebeten haben, und dann gehen und euch nicht mehr beunruhigen. Werd' ich sie erhalten?
Bolingbroke.
Nennet sie, geliebter Vetter.
König Richard. Geliebter Vetter! Ah! ich bin grösser als ein König; denn wie ich ein König war, waren meine Schmeichler meine Unterthanen; nun da ich ein Unterthan bin, hab ich einen König zum Schmeichler. Da ich ein so grosser Mann bin, so hab ich nicht nöthig zu bitten.
Bolingbroke.
So fordert.
König Richard.
Und soll ich's haben?
Bolingbroke.
Ihr sollt.
König Richard.
So erlaubt mir wegzugehen.