{ed.-* Von hier bis zur 9ten Scene lauter Reime im Original.}

Die Herzogin (hinter der Scene.)
O! Gnädigster Herr, um Gottes willen, laßt mich ein.

Bolingbroke.
Was für ein hellstimmiger Supplicant macht dieses ängstliche
Geschrey?

Herzogin. Ein Weib, und deine Tante, grosser König, ich bin's. O lasset mich vor, habet Mitleiden mit mir, laßt die Thür öffnen. Eine Bettlerin bettelt, die zuvor noch nie gebettelt hat.

Bolingbroke. Unsre Scene hat ihre ernsthafte Gestalt verlohren, und hat sich in den Bettler und den König verwandelt; mein gefährlicher Vetter, laßt eure Mutter herein, sie kommt ohne Zweifel für euch zu bitten.

York. Wenn du vergiebst, wer es auch sey, der dich um Gnade bittet, so wird deine Gnade die Aufmuntrung zu neuen Verbrechen seyn. Schneide dieses eyternde Gelenk ab, so bleibt das übrige gesund; wo nicht, so wird der ganze Leib angestekt werden.

Achte Scene.
(Die Herzogin von York zu den Vorigen.)

Herzogin. O König, glaube nicht diesem hartherzigen Mann; wer kan jemand andern lieben, der sich selbst nicht liebt?

York.
Du aberwiziges Weibsbild, was machst du hier?—

Herzogin.
Geduld, lieber York; höret mich, Gnädigster Herr.