Bolingbroke.
Ich vergebe ihm, wie der Himmel mir vergeben soll!
Herzogin. O! du bist ein Gott auf Erden! Wo ist ein Wort, das aus einem königlichen Munde schöner tönt? O! Sag es noch einmal, mein ängstlich-zweifelndes Herz gewiß zu machen.
Bolingbroke. Von ganzem Herzen vergeb' ich ihm. Aber was unsern getreuen Schwager, den Abbt, betrift—und alle übrige von dieser zusammen- verschwornen Rotte, die soll unerbittliches Verderben an den Fersen ereilen!—Mein geliebter Oheim, sorget dafür, daß eine hinlängliche Anzahl von Truppen nach Oxford, oder wo diese Verräther immer seyn mögen, abgeordnet werde. Ich will sie haben, sobald ich weiß wo sie sind, und ich schwöre sie sollen in dieser Welt nicht leben! Lebet wohl, Oheim; und ihr, Vetter, Adieu; eure Mutter hat euch gute Dienste gethan; es ist nun an euch, einen guten Gebrauch davon zu machen.
Herzogin.
Komm, mein alter Sohn; ich bitte den Himmel, daß er dich neu mache.
(Sie gehen ab.)
Neunte Scene.
(Exton und ein Bedienter treten auf.)
Exton. Hörtest du die Worte nicht, die dem König entfuhren: "Hab ich denn keinen Freund, der mich von diesen unaufhörlichen Besorgnissen befreyen mag?" Sagte er nicht so?
Bedienter.
Das waren würklich seine Worte.
Exton. "Hab' ich keinen Freund?"—sagte er; er sagte es zweymal, und zweymal mit einer gewissen Heftigkeit. That er's nicht?
Bedienter.
Er that es.