König Richard. Ritt er auf meinem Barber? Sag mir, mein guter Freund, wie gieng er unter ihm?
Stalknecht.
So stolz, als ob er den Boden aus Verachtung nicht berühren wolle.
König Richard. So stolz, weil er Bolingbrok auf seinem Rüken hatte? Die Schindmähre hat Brodt aus meiner königlichen Hand gefressen; diese Hand hat ihn so oft durch streicheln stolz gemacht. Und er stolperte nicht? Er fiel nicht, und brach diesem übermüthigen Mann den Hals, der seinen Rüken usurpirte? Um Vergebung, du gutes Pferd! du verdienst mein Schelten nicht; du warst dazu geschaffen, dem Menschen unterthan zu seyn, und zum Tragen gebohren. Ich war zu keinem Pferd gemacht, und doch trag' ich die Last eines Esels, und lasse mich von dem trottenden Bolingbroke mit Sporrn zerfleischen und zuschanden reiten.
Zwölfte Scene.
(Ein Hüter mit einer Schüssel, zu den Vorigen.)
Hüter.
Kerl, mach' Plaz, du darfst nicht länger bleiben.
(Zum Stallknecht.)
König Richard.
Wenn du mich liebst, so ist es Zeit, daß du gehst.
Hüter.
Milord, beliebt es euch zu essen?
König Richard.
Kost' es vorher, wie du gewohnt bist.
Hüter.
Milord, ich darf nicht; Sir Pierce von Exton, der kürzlich auf des
Königs Befehl hieher gekommen ist, hat mir's verboten.