(Macbeth tritt auf.)

O großer Glamis! Edler Cawdor!
Größer als beides durch den künftgen Heilruf!
Dein Brief hat über das armselge Heut
Mich weit verzückt, und ich empfinde nun
Das Künftige im Jetzt.

MACBETH
Mein teures Leben,
Duncan kommt heut noch.

LADY MACBETH
Und wann geht er wieder?

MACBETH
Morgen, so denkt er.

LADY MACBETH
Oh, nie soll die Sonne
Den Morgen sehn! Dein Angesicht, mein Than,
Ist wie ein Buch, wo wunderbare Dinge
Geschrieben stehn.—Die Zeit zu täuschen, scheine
So wie die Zeit: den Willkomm trag im Auge,
In Zung und Hand; blick harmlos wie die Blume,
Doch sei die Schlange drunter. Wohl versorgt
Muß der sein, der uns naht; und meiner Hand
Vertrau das große Werk der Nacht zu enden,
Daß alle künftgen Tag und Nächt uns lohne
Alleinge Königsmacht und Herrscherkrone.

MACBETH
Wir sprechen noch davon.

LADY MACBETH
Blick hell und licht;
Mißtraun erregt verändert Angesicht.
Laß alles andre mir!

(Sie gehen ab.)

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