([Er nimmt ihre Hand und führt sie in das Schloß, die übrigen folgen.] Alle ab.)

SIEBENTE SZENE

(Daselbst, [Schloßhof] eine Vorhalle im
Schloß)

(Oboen und Fackeln. Ein Vorschneider und mehrere Diener mit
Schüsseln gehn über die Bühne; dann kommt Macbeth.)

MACBETH
Wärs abgetan, so wie's getan, wärs gut,
's wär schnell getan. Wenn nur der Meuchelmord
Aussperren könnt aus seinem Netz die Folgen
Und bloß Gelingen aus der Tiefe zöge,
Daß mit dem Stoß, einmal für immer, alles
Sich abgeschlossen hätte, hier, nur hier,
Auf dieser Sandbank unsrer Zeitlichkeit,
So setzt ich weg mich übers künftge Leben.—
Doch immer wird bei solcher Tat uns schon
Vergeltung hier: daß, wie wir ihn gegeben,
Den blutgen Unterricht, er, kaum gelernt,
Zurückschlägt, zu bestrafen den Erfinder.
Dies Recht, mit unabweislich fester Hand,
Setzt unsern selbstgemischten, giftgen Kelch
An unsre eignen Lippen.
Er kommt hieher, zwiefach geschirmt: Zuerst
Weil ich sein Vetter bin und Untertan;
Beides hemmt stark die Tat; dann, ich—sein Wirt,
Der gegen seinen Mörder schließen müßte
Die Tore und nicht selbst das Messer führen.
Dann hat auch dieser Duncan seine Würde
So mild getragen, blieb im großen Amt
So rein, daß seine Tugenden wie Engel,
Posaunenzüngig, werden Rache schrein
Dem tiefen Höllengreuel seines Mords
Und Mitleid, nackt, ein neugebornes Kind,
Reitend auf Sturm, oder Himmels Cherubim
Auf unsichtbaren, luftigen Rennern blasen
Die Schreckenstat in jedes Aug, bis Tränen
Den Wind ertränken. Keinen Sporn hab ich,
Die Flanken meines Plans zu stacheln, nur den
Kunstreiter Ehrgeiz, der sich überspringt
Und auf den andern fällt.

(Lady Macbeth tritt auf.)

Nun, was denn gibts?

LADY MACBETH
Er hat fast abgespeist.
Warum hast du den Saal verlassen?

MACBETH
Hat er
Nach mir gefragt?

LADY MACBETH
Weißt du nicht, daß ers tat?