MACBETH
Du bist zu ähnlich Banquos Geist! Hinab!
Dein Diadem brennt mir die Augen.—Und du
Mit goldumwundner Stirne gleichst dem ersten—
Ein dritter wie der zweite! Garstge Hexen,
Was zeigt ihr das? Ein vierter! Blick, erstarre!
Wie, dehnt die Reih sich bis zum Jüngsten Tag?
Und noch?—Ein siebter!—Ich will nichts mehr sehn.—
Da kommt der achte noch und hält 'nen Spiegel,
Der mir viel andre zeigt, und manche seh ich,
Die zwei Reichsäpfel und drei Zepter tragen—
Furchtbarer Anblick! Ja, ich seh, 's ist wahr;
Denn blutbesudelt lächelt Banquo her
Und deutet auf sie als die Seinen.—Ists so?
ERSTE HEXE
Ja, alles ist so.—Doch warum
Steht Macbeth da so starr und stumm?
Auf, zu ermuntern seinen Geist,
Ihm unsre schönsten Künste weist!
Durch Zauber schaff ich luftge Weisen,
Auf, tanzt in vielverschlungnen Kreisen!
Der König soll uns Lob gewähren,
Sein Kommen wußten wir zu ehren.
(Musik; die Hexen tanzen und verschwinden.)
MACBETH
Wo sind sie? Fort? Mag diese Unglücksstunde
Verflucht auf ewig im Kalender stehn!—
Herein, du draußen!
(Lenox tritt auf.)
LENOX
Was befiehlt Eur Hoheit?
MACBETH
Sahst du die Zauberschwestern?
LENOX
Nein, mein König.
MACBETH
Sie kamen nicht vorbei?
LENOX
Gewiß nicht, Herr.