SEYTON
Alles wird bestätigt,
Was das Gerücht verkündet.
MACBETH
Ich will fechten,
Bis mir das Fleisch gehackt ist von den Knochen.
Gebt meine Rüstung mir!
SEYTON
Noch tuts nicht not.
MACBETH
Ich leg sie an.
Mehr Reiter sendet aus, durchstreift das Land;
Wer Furcht nennt, wird gehängt.—Bringt mir die Rüstung!
Was macht die Kranke, Arzt?
ARZT
Nicht krank sowohl,
Als durch gedrängte Phantasiegebilde
Gestört, der Ruh beraubt.
MACBETH
Heil sie davon!
Kannst nichts ersinnen für ein krank Gemüt?
Tief wurzelnd Leid aus dem Gedächtnis reuten?
Die Qualen löschen, die ins Hirn geschrieben?
Und mit Vergessens süßem Gegengift
Die Brust entledigen jener giftgen Last,
Die schwer das Herz bedrückt?
ARZT
Hier muß der Kranke selbst das Mittel finden.
MACBETH
Den Hunden deine Kunst, ich mag sie nicht.—
Legt mir die Rüstung an; den Stab her!—Seyton,
Schick aus!—Doktor, die Thans verlassen mich.—
Nun, mach geschwind!—Arzt, könntst du meinem Land
Beschaun das Wasser, seine Krankheit finden,
Und es zum kräftgen frühern Wohlsein reingen,
Wollt ich mit deinem Lob das Echo wecken,
Daß es dein Lob weit hallte.
—Weg den Riemen!—
Welche Purganz, Rhabarber, Senna führte
Wohl ab die Englischen?—Hörst du von ihnen?
ARZT
Ja, hoher König, Eure Kriegesrüstung
Macht, daß wir davon hören.
MACBETH
Bringts mir nach!—
Nicht Tod und nicht Verderben ficht mich an,
Kommt Birnams Wald nicht her nach Dunsinan!