Officier.
Ein gewisser Jago, der Fähndrich des Generals.

Cassio.
Das kostbare Kleinod, womit er beladen war, hat seine Fahrt so
glücklich gemacht; die Ungewitter selbst, schwellende Seen und
heulende Winde, die Wasserbedekten Felsen und die aufgehäuften
Sandbänke, (Verräther, die im Verborgnen lauren, den schuldlosen
Kiel anzuhalten) vergessen, gleich als ob sie ein Gefühl der
Schönheit hätten, ihre natürliche Grausamkeit, um die göttliche
Desdemona unbeleidigt durchzulassen.

Montano.
Wer ist diese?

Cassio. Sie, von der ich sprach, die Beherrscherin unsers grossen Befehlshabers, die er der Führung des kühnen Jago anvertraut hat, und deren beschleunigte Ankunft unsern Gedanken um eine Woche wenigstens zuvorkömmt. Beschüze nun, o Himmel, beschüze noch Othello! und schwelle seine Seegel mit deinem eignen allmächtigen Athem auf, damit er mit seinem schönen Schiff diese Bay beselige, und wenn seine Liebe in Desdemonens Armen die Entzükung des Wiedersehens ausgeathmet hat, unsre erlöschende Geister in neues Feuer seze, und ganz Cypern mit Muth und Vertrauen erfülle.—

Fünfte Scene.
(Desdemona, Jago, Rodrigo und Aemilia zu den Vorigen.)

Cassio.
—O sehet! der Schaz des Schiffes ist ans Land gekommen: Ihr
Männer von Cypern, laßt eure Knie sie bewillkommen! Heil dir,
Gebieterin, und jeder Segen des Himmels gehe vor dir her, folge dir,
und schwebe zu deiner Seiten rings um dich her.

Desdemona. Ich danke euch, tapfrer Cassio—Was für Nachrichten könnt ihr mir von meinem Herrn geben?

Cassio. Er ist noch nicht angeländet, doch weiß ich nichts anders, als daß er wohl ist und in kurzem hier seyn wird.

Desdemona.
O—ich besorge nur—Wie verlohret ihr ihn?

Cassio.
Der heftige Streit zwischen Luft und Meer trennte unsre
Gesellschaft—Aber horcht, ein Segel!