Jago. Und wenn sie redt, ist nicht der blosse Ton ihrer Stimme ein Signal zur Liebe?
Cassio.
Sie ist, in der That, die Vollkommenheit selbst.
Jago. Gut, viel Glüks zu ihrer Hochzeit-Nacht! Kommt, Lieutenant, ich habe eine Flasche Wein, und es sind ein paar brave junge Cyprier draussen, die gerne eins auf Othello's Gesundheit mit uns trinken möchten.
Cassio.
Diese Nacht kan's nicht seyn, Jago; ich habe ein armes unglükliches
Gehirn zum Trinken. Ich möchte wol wünschen, daß man eine andre
Manier, einander seinen guten Willen zu bezeugen, erfinden möchte
als Gesundheittrinken.
Jago. Oh, es sind gute Freunde; nur ein Gläschen; ich will für euch trinken.
Cassio. Ich habe diesen Abend nicht mehr als einen Bechervoll getrunken, der noch dazu mit Wasser gemischt war, und ihr seht, was für Veränderungen er schon hier gemacht. Es ist ein Unglük für mich, daß ich so wenig ertragen kan, aber ich darf es nicht wagen, mehr zu thun.
Jago.
Wie, Mann? Die heutige Nacht ist dazu bestimmt, daß man sich
lustig mache, und die jungen Herren würden sich durch unsre
Weigerung beleidigt finden.
Cassio.
Wo sind sie?
Jago.
Hier, vor der Thür; ich bitte euch, ruft sie herein.
(Cassio geht ab.)