Othello. Euer Schnupftuch ist zu klein: laßt es gut seyn: Kommt, ich will mit euch gehen.

(Das Schnupftuch entfällt ihr, indem sie es einsteken will.)

Desdemona.
Es ist mir recht leid, daß ihr nicht wohl seyd.

(Sie gehen ab.)

Siebende Scene.
(Aemilia bleibt zurük.)

Aemilia (indem sie das Schnupftuch aufließt.) Ich bin froh, daß ich dieses Schnupftuch gefunden habe; das war das erste Geschenk, das sie von dem Mohren empfieng. Mein wunderlicher Mann hat mir schon hundertmal gute Worte gegeben, daß ich es stehlen sollte. Allein sie liebt es so sehr, (denn er beschwor sie, es immer zu seinem Andenken zu behalten,) daß sie es immer mit sich herum trägt, um es zu küssen und damit zu schwazen. Ich will den Riß von der Stikerey abzeichnen, und es dann dem Jago geben; was er damit machen will, weiß der Himmel, nicht ich: Ich habe nichts dabey, als seine Grille zu befriedigen. (Jago tritt auf.)

Jago.
Wie steht's? Was macht ihr hier allein?

Aemilia.
Schmählt mich nicht; ich hab etwas für euch.

Jago.
Ihr habt etwas für mich? Es ist etwas gemeines—

Aemilia.
Wie?