Jago. Es mag dieses oder ein anders seyn, so war es doch von ihr, und, zu den andern Proben genommen, spricht es nicht zu ihrem Vortheil.

Othello. O daß die Elende tausend Leben hätte! Eines ist zu wenig für meine Rache. Nun seh ich endlich—Schau, Jago, so blase ich alle meine Liebe dem Himmel zu: Sie ist weg;—erhebe dich, schwarze Rache, aus deiner unseligen Gruft! und du, Liebe, tritt dem tyrannischen Haß deinen Thron und deine Krone ab! Wie mein Herz mir schwillt, als ob es mit lauter Natter-Zungen angefüllt wäre!

Jago.
Gebt euch noch zufrieden.

Othello.
O Blut, Blut, Blut!—

Jago.
Geduld, sag ich; ihr könnt vielleicht anders Sinnes werden.

Othello. Niemals, Jago—niemals sollen meine blutige Gedanken, in ungestümer Fluth sich daherwälzend, zu sanfter Liebe zurük fliessen, bis eine weite hinlängliche Rache sie verschlungen haben wird—Das schwör' ich,

(er kniet,)

höre Himmel das schrekliche, unwiederrufliche Gelübd!—Bey deiner unzerstörbaren Veste schwör' ich Rache!

Jago (kniend.) Stehet noch nicht auf—Seyd Zeugen, ihr ewigbrennenden Lampen dort oben, und ihr Elemente, die uns rings umfassen; seyd Zeugen, daß Jago hier alles was sein Verstand, seine Hand und sein Herz vermag, zum Dienste des beleidigten Othello wiedmet! Er befehle! Und ich will gehorchen, ohne Zaudern gehorchen, so blutig auch der Befehl seyn mag!

Othello. Ich bewillkomme deine Freundschaft nicht mit eiteln Danksagungen, sondern mit gutwilliger Annahm; und im gleichen Augenblik will ich dir sagen, wozu ich sie nöthig habe. In den nächsten dreyen Tagen, laß mich von dir hören, daß Cassio nicht mehr ist.