Tyrrel.
Geschehn ist die tyrannisch blut'ge Tat,
Der ärgste Greuel jämmerlichen Mords,
Den jemals noch dies Land verschuldet hat.
Dighton und Forrest, die ich angestellt
Zu diesem Streich ruchloser Schlachterei,
Zwar eingefleischte Schurken, blut'ge Hunde,
Vor Zärtlichkeit und mildem Mitleid schmelzend,
Weinten wie Kinder bei der Trau'rgeschichte.
"O so", sprach Dighton, "lag das zarte Paar";
"So, so", sprach Forrest, "sich einander gürtend
Mit den unschuld'gen Alabasterarmen:
Vier Rosen eines Stengels ihre Lippen,
Die sich in ihrer Sommerschönheit küßten.
Und ein Gebetbuch lag auf ihrem Kissen,
Das wandte fast", sprach Forrest, "meinen Sinn;
Doch oh! der Teufel"—dabei stockt' der Bube,
Und Dighton fuhr sofort: "Wir würgten hin
Das völligst süße Werk, so die Natur
Seit Anbeginn der Schöpfung je gebildet."—
Drauf gingen beide voll Gewissensbisse,
Die sie nicht sagen konnten, und ich ließ sie,
Dem blut'gen König den Bericht zu bringen.
(Richard tritt auf.)
Hier kommt er eben.—Heil, mein hoher Herr!
Richard.
Freund Tyrrel, macht mich deine Zeitung glücklich?
Tyrrel.
Wenn das vollbracht zu wissen, was Ihr mir
Befohlen, Euch beglückt, so seid denn glücklich:
Es ist geschehn.
Richard.
Doch sahst du selbst sie tot?
Tyrrel.
Ja, Herr.
Richard.
Und auch begraben, lieber Tyrrel?
Tyrrel.
Der Kapellan im Turm hat sie begraben;
Wo, weiß ich nicht, die Wahrheit zu gestehn.
Richard.
Komm zu mir, Tyrrel, nach dem Abendessen,
Da sagst du mir den Hergang ihres Tods.
Denk drauf, was ich zulieb dir könnte tun,
Und dein Begehren fällt sogleich dir zu.
Leb wohl indes.